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Mi., 30.11.2016

Südbad „Stadtwerke sollen als Südbad-Investor auftreten“

2008 wurde das Südbad ausgeräumt: Bis 2020 wollen CDU und Grüne das Bad wiederaufbauen.

2008 wurde das Südbad ausgeräumt: Bis 2020 wollen CDU und Grüne das Bad wiederaufbauen. Foto: hpe

Münster - 

Auf der Suche nach einer Finanzierungsmöglichkeit des umstrittenen Südbads haben CDU und Grüne eine neue Geldquelle ausgemacht: die Stadtwerke.

Von Dirk Anger

CDU und Grüne drücken bei ihren Plänen für den Bau eines neuen Südbads aufs Tempo – und nehmen als Investor für das mehr als elf Millionen Euro teure Projekt überraschend die Stadtwerke in die Pflicht. Das städtische Versorgungsunternehmen soll dabei auch finanzielle Beteiligungsmodelle unter Einbindung von Bürgern auf den Weg bringen.

Mit der Errichtung des Südbads soll entgegen eines anderslautenden Verwaltungsvorschlags bereits 2018 und damit ein Jahr früher begonnen werden. Eine Fertigstellung des umstrittenen Bades wird im Jahr 2020 angepeilt. Dann sollen die Stadtwerke laut Plan das Südbad an einen städtischen Bäderbetrieb verpachten.

Mit einer schwarz-grünen Mehrheit im Sportausschuss wurden diese Änderungen des ursprünglichen Vorschlags der Stadtverwaltung beschlossen. Insbesondere die Frage der Finanzierung stieß der Opposition sauer auf, nachdem der Kämmerer bislang keine Südbad-Gelder im städtischen Haushalt eingestellt hat.

„Ich weiß nicht, wo die Stadtwerke das Geld hernehmen wollen, das die Stadt nicht hat?“, fragte FDP-Vertreterin Sandra Wübken. Der sportpolitische Sprecher der SPD, Philipp Hagemann, warf CDU und Grünen angesichts des Finanzierungswegs vor, „einen alten Taschenspielertrick“ anzuwenden. Sportausschuss-Vorsitzender Andreas Nicklas (CDU) trat der Kritik entgegen: Man habe mit den Stadtwerken schon über die Finanzierung gesprochen. Stadtwerke-Sprecher Florian Adler bestätigte auf Anfrage die „grundsätzliche Möglichkeit“ einer Finanzierung. Klaus Rosenau (Grüne) verteidigte das Ziel: „Das Südbad gehört zum dezentralen Bäderkonzept.“

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Im Januar soll bei einem Workshop geklärt werden, ob die Stadtwerke die Betriebsführerschaft aller Bäder übernehmen könne. Dabei sollen auch Entscheidungen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen fallen, heißt es. Letztere werden wohl deutlich steigen: Für den Haushalt 2017 haben CDU und Grüne schon 15 Prozent höhere Bäder-Einnahmen eingeplant. 



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