Mi., 30.11.2016

"Ipanema" Der letzte Caipirinha ist getrunken

Das „Ipanema“ an der Mauritzstraße öffnet nach 22 Jahren nicht wieder: Wie zu hören ist, soll auch in der Zukunft Gastronomie an diesem Ort zu finden sein.

Das „Ipanema“ an der Mauritzstraße öffnet nach 22 Jahren nicht wieder: Wie zu hören ist, soll auch in der Zukunft Gastronomie an diesem Ort zu finden sein. Foto: Oliver Werner

Münster - 

22 Jahre gab es lateinamerikanische Küche: Doch die bleibt an der Mauritzstraße 24 in Münster jetzt kalt. Das „Ipanema“ bleibt geschlossen.

Von Dirk Anger

Ein Stück lateinamerikanischer Gastronomiegeschichte in Münster geht zu Ende. Das „Ipanema“ an der Mauritzstraße, vor 22 Jahren eröffnet, bleibt für immer geschlossen.

„Eigentlich wollten wir weitermachen“, sagt Ulrike Kohlmeier, deren Mann Ahmad Amirian das Lokal mehr als zwei Jahrzehnte geführt hat. Doch es hakte infolge nicht durchgeführter baulicher Maßnahmen, wie zu hören ist.

„Bei stärkerem Regen hatten wir Wassereinfall in der Küche“, erzählt Kohlmeier. „Es tropfte noch nach drei Tagen.“ Auch im Bierkeller habe es Probleme gegeben. Mitte Juli griff die Stadt ein, schloss das über viele Jahre beliebte Lokal vorerst.

Inventarverkauf am Samstag

Nach Wochen und Monaten der Unsicherheit steht jetzt endgültig fest: Der „Caipirinha Ipanema“ geht zumindest an der Mauritzstraße 24 nicht mehr über die Theke. Stattdessen wird dort am Samstag das Inventar verkauft, darunter Barhocker, Gläser und Dekorationsartikel. „Am 15. Dezember ist die Übergabe an die Vermieterin“, erklärt Ulrike Kohlmeier. „Wir haben viel Herzblut in den Laden gesteckt.“

Das „Ipanema“, benannt nach einem Stadtteil und Strand von Rio de Janeiro, eröffnete in Münster am 16. September 1994. Die Lokalität gehörte zu den Wegbereitern der lateinamerikanischen Küche in der Stadt. Einige Jahre zuvor hatte das bis heute geöffnete „America Latina“ den Anfang in diese Richtung gemacht. „Wir haben das Konzept bewusst breit angelegt, nicht nur mexikanisch“, blickt Kohlmeier zurück. Steaks und Burritos, unterschiedlich gefüllte Teigtaschen, standen bei den Gästen hoch im Kurs.

"Caipirinha Ipanema" wird woanders ausgeschenkt

Ganz aus der Gastronomie wird sich „Ipanema“-Inhaber Ahmad Amirian nicht zurückziehen. An der Weseler Straße führt er das griechische Restaurant „Hellas“, das seit nunmehr 42 Jahren besteht. Dort soll künftig auch für die vielen Fans der beliebte „Caipirinha Ipanema“ ausgeschenkt werden.

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Wie zu hören ist, soll dem „Ipanema“ an der Mauritzstraße 24 aber alsbald ein neues Kapitel Gastronomie folgen.



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