Mi., 30.11.2016

Angela Merkel in Münster Selfie mit der Kanzlerin

Vor der Konferenz posierten einige Delegierte mit der Kanzlerin für ein Selfie.

Vor der Konferenz posierten einige Delegierte mit der Kanzlerin für ein Selfie. Foto: Wilfried Gerharz

Münster - 

Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Mittwochabend in der Halle Münsterland zu Gast. Knapp zweieinhalb Stunden diskutierte sie mit den Delegierten über ihre Politik.

Von Martin Kalitschke

Der Kongresssaal der Halle Münsterland muss warten. Bevor Angela Merkel zu den Delegierten der CDU-Regionalkonferenz spricht, steuert sie im Foyer eine blaue Wand mit CDU-Logo an. Der Fototermin mit der Bundeskanzlerin ist heiß begehrt, in immer neuen Kombinationen lassen sich münsterische CDU-Politiker mit Merkel fotografieren, unter ihnen Simone Wendland und Dr. Stefan Nacke, die nächstes Jahr in den Landtag einziehen wollen.

Wendland ist der Kanzlerin noch nie begegnet. Entsprechend aufgeregt ist sie kurz vor dem Fototermin. „Ich habe mir vorher genau überlegt, was ich anziehe“, sagt sie. Die Wahl fiel auf ein blaues Jackett. Als der spannende Moment nach wenigen Sekunden schon wieder vorbei ist, wirkt sie fast ein wenig erleichtert. „Ich glaube, ich wähle sie“, sagt Wendland und lacht.

Fotostrecke: CDU-Regionalkonferenz mit Angela Merkel in Münster

Merkel nimmt derweil Präsente von der münsterischen CDU-Bundestagsabgeordneten Sybille Benning entgegen: selbst gemachten Apfelsaft, Honig. Die Kanzlerin strahlt und verspricht: „Das nehme ich direkt mit.“

Dann kann die Konferenz mit 1100 Delegierten aus ganz Nordwestdeutschland – trotz Foto-Marathons pünktlich – starten. Der Medienauflauf ist groß, etliche Fernsehkameras verfolgen den Auftritt unter den Augen zahlloser Sicherheitsleute, die unübersehbar den Saal im Blick haben.

Zum Gelingen der Veranstaltung tragen etliche Mitglieder der münsterischen CDU bei – als Saalordner, aber auch beim Bühnendienst. Nadja Scholtyssek ist dafür zuständig, die Kanzlerin am Rednerpult mit Mineralwasser zu versorgen. Doch viel zu tun gibt es für sie nicht. „Sie hat nur ein einziges Glas getrunken“, sagt Scholtyssek hinterher.

Erstaunlich, muss Merkel doch während der mehr als zweistündigen Veranstaltung Dutzende Fragen von Parteimitgliedern beantworten. Sie drehen sich um die großen weltpolitischen Themen – Trump, Putin, Syrien. Aber auch um die Sorgen der Menschen in Deutschland. Die Kanzlerin hört zu, antwortet geduldig und ausführlich – und wenn sie mal keine Antwort weiß, dann verweist sie auf den Bundesfinanzminister: „Geben Sie mir Ihre Adresse, ich leite Ihr Anliegen weiter.“

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Die Delegierten machen es ihr leicht. „Wie schön, dass es Sie gibt“, sagt einer, und Merkel strahlt. Als ein junger Syrer, der vor zwei Jahren nach Deutschland kam und heute CDU-Mitglied ist, Merkel in hervorragendem Deutsch für ihren Einsatz für die Flüchtlinge „im Namen des syrischen Volkes“ dankt, wird es für einen Moment ganz still im Saal. Der Abend endet mit kräftigem Applaus, Merkel winkt, steigt in ihren Dienstwagen, am FMO wartet bereits der Flieger. 



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