Mi., 07.12.2016

JVA-Debatte in Düsseldorf „Gefängnis nicht einsturzgefährdet“

Die Evakuierung des 153 Jahre alten Gefängnisses an der Gartenstraße bedeutet nach Meinung der Denkmalschützerin des Landschaftsverbandes nicht das Aus des Sternbaus.

Die Evakuierung des 153 Jahre alten Gefängnisses an der Gartenstraße bedeutet nach Meinung der Denkmalschützerin des Landschaftsverbandes nicht das Aus des Sternbaus. Foto: LWL

Düsseldorf / Münster - 

Nach einer Restaurierung des alten Sternbaus der JVA in Münster könnte das denkmalgeschützte Gebäude wieder genutzt werden. „Am besten als Justizvollzugsanstalt.“ Dies schlug die Denkmalexpertin des Landschaftsverbandes bei einer Anhörung im Rechtsausschuss des Landtags vor.

Von Hilmar Riemenschneider

Vom Notfall zur Chance: Die Evakuierung der angeblich einsturzgefährdeten Haftanstalt an der Gartenstraße bedeutet nicht zwangsläufig das endgültige Aus für das 153 Jahre alte Gefängnis. Nach einer Restaurierung könnte der denkmalgeschützte Sternbau wieder genutzt werden – „am besten als Justizvollzugsanstalt “, schlug Barbara Seifen vor.

Fotostrecke: So sieht es in dem geräumten Gefängnis aus

Bei notwendigen Umbauten gehe der Denkmalschutz gerne mit, wenn er – anders als früher – bei Planungen beteiligt werde. Seifen verantwortet beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) den praktischen Denkmalschutz und hat sich mit einem renommierten Gutachter über drei Stunden ein Bild von den Zuständen gemacht, wie sie am Mittwoch im Rechtsausschuss des Landtags berichtete.

Das Ergebnis ist bekannt: „Es ist überhaupt  keine Einsturzgefahr in der JVA Münster gegeben“, bekräftigte Diplom-Ingenieurin Seifen. „Die Gewölbedecken weisen eine doppelt so hohe Tragfähigkeit auf als sie müssten.“ Die Materialien seien ungefährdet, weil es keine äußeren Einflüsse gebe. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) hatte seiner Risikoabschätzung unkalkulierbare Belastungen durch Häftlinge zugrunde gelegt.

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Seifen befand, der BLB sei seiner Pflicht zur Instandhaltung nicht nachgekommen. Das Dach sei löchrig, ein aufgestellter Wassereimer laufe längst über, aber niemand kümmere sich. Die Bezirksregierung habe deshalb ein Instandhaltungskonzept beim Landesbetrieb angemahnt, betonte Baudezernentin Karin Geißler. Der BLB wisse, was der Denkmalschutz erfordere.

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Die CDU hat Vorwürfe der SPD zurückgewiesen, sie habe den JVA-Neubau in Handorf verhindert. Parteichef Josef Rickfelder veröffentlichte einen lange unter Verschluss gehaltenen Brief ans Bundesverteidigungsministerium von 2013, in dem er sich gegen die Lützowkaserne als Standort ausgesprochen habe, der Standort am Handorfer Übungsplatz habe keine Rolle gespielt. Die SPD kritisierte, dass weder die Stadt Münster noch Verteidigungsstaatssekretär Ralf Braucksipe zur Expertenanhörung kamen. 

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