Sa., 10.12.2016

Gefängnis Marquardt zweifelt an Bundeswehr-Version

Thomas Marquardt 

Thomas Marquardt 

Münster - 

Die Standort-Suche für einen Gefängnis-Neubau in Münster gleicht einer unendlichen Geschichte. Jetzt ist Ex-Soldat und SPD-Landtagsabgeordneter Marquardt sauer auf die Bundeswehr.

Von Dirk Anger

Als ehemaliger Soldat steht Thomas Marquardt nicht gerade in Verdacht, der Bundeswehr Böses zu wollen. Doch dass das Verteidigungsministerium des Bundes einen kleinen Teil des Standortübungsplatzes Handorf für den Neubau eines Gefängnisses jahrelang verweigert, bringt den SPD-Landtagsabgeordneten immer noch mächtig auf die Palme: „Das ist nicht nachvollziehbar.“ Schließlich stünde mit dem Standortübungsplatz Handorf und dem Übungsgelände Dorbaum inzwischen doppelt so viel Fläche zur Verfügung bei gleichzeitiger Reduzierung der Truppenstärke von 1300 auf 800 Stellen, beruft sich Marquardt auf Zahlen von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen .

"Die Bundeswehr übt nur noch sporadisch"

„Fast die Hälfte der Truppe bei doppelter Platzgröße“, formuliert der SPD-Politiker prägnant. Deshalb widerspreche er auch der Auffassung des Ministeriums zur Unabkömmlichkeit eines Teils des Handorfer Übungsplatzes „heftig“. „Nach meiner Wahrnehmung übt die Bundeswehr nur noch absolut sporadisch.“ Inzwischen sei auch die einst in der Handorfer Lützow-Kaserne beheimatete Lehrgruppe B der Unteroffizierschule abgezogen.

Wilde Verschwörungstheorien?

Beim Rückblick auf die Anhörung zur Justizvollzugsanstalt Münster am Mittwoch im Landtag vermisste Marquardt nach eigenen Worten trotz entsprechender Einladung einen Vertreter des Verteidigungsministeriums: „Ein Affront.“

Die CDU wirft Marquardt unterdessen „wilde Verschwörungstheorien“ vor. „Die CDU hat den Standort Kötterstraße nicht infrage gestellt wie von Herrn Marquardt behauptet.“ Als Beleg dafür haben die Christdemokraten ein Schreiben des CDU-Vorsitzenden Josef Rickfelder an das Verteidigungsministerium und die Antwort darauf veröffentlicht.

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