Do., 22.12.2016

Mehr als zwei Jahre verschwunden Vermisster in Höhle aufgetaucht

Bayrische Polizisten fanden am Mittwoch einen vermissten Münsteraner, der einige Monate lang in einer Höhle gelebt hatte.

Bayrische Polizisten fanden am Mittwoch einen vermissten Münsteraner, der einige Monate lang in dieser Höhle gelebt hatte. Foto: Thomas Kreissl

Münster - 

(Aktualisiert) In einer Berghöhle bei Regensburg hat die Polizei einen Mann aus Münster gefunden. Seine Ehefrau hatte den heute 65-Jährigen vor über zwei Jahren als vermisst gemeldet.

Dass seine deutlich jüngere Ehefrau schwanger war, hatte er gar nicht gewusst. Die Polizei in Bayern entdeckte am Mittwochnachmittag einen Mann aus Münster in einer kleinen Höhle im oberpfälzischen Pentling . Dort hatte er seit vier Monaten gelebt, an einem Berghang mit Blick auf die Donau.

Seine Frau hatte den heute 65-Jährigen vor über zwei Jahren als vermisst gemeldet, nachdem er im September 2014 verschwunden war. Die bayerischen Beamten hatten für den Höhlenbewohner dann die freudige Nachricht, dass er zwischenzeitlich Vater eines Sohnes geworden sei. Warum er seine Frau verlassen hat, ist der Polizei nicht bekannt.

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Der Mann ist erstaunlich gesund für das Leben da draußen.

Polizeihauptkommissar Kugelmeier

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„Der Mann ist erstaunlich gesund für das Leben da draußen, nicht ungepflegt und topfit“, beschreibt der Leiter der Polizeiinspektion Neutraubling, Kugelmeier, den Münsteraner. Ein Arzt hat ihn inzwischen untersucht. Die Polizisten hatten einen Hinweis bekommen, dass jemand in der Höhe in einem Waldstück hause. „Einen Tisch oder ein Bett gibt es dort nicht. Sie müssen sich das wie einen Unterschlupf vorstellen“, sagt Kugelmeier. Am Mittwochnachmittag trafen die Beamten dort auf den 65-Jährigen. „Er wusste auch nicht, dass er als vermisst gemeldet war“, so Kugelmeier weiter. Strafbare Handlungen werden dem Münsteraner nicht vorgeworfen.

Die Beamten nahmen den Obdachlosen mit zur Polizeiinspektion, um die Identität und den Vermisstenfall zu klären. Dabei stellte er heraus, dass er gebürtig aus der Region stammt. „Er war froh, die Nacht in einer warmen Zelle verbringen zu dürfen“, sagt Kugelmeier.

Seine Frau hatte den damals 63-Jährigen vor über zwei Jahren als vermisst gemeldet, nachdem er über Wochen nicht in die gemeinsame Wohnung in Münster-Roxel zurückgekehrt war. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen hatte es nie gegeben, sagt Angela Lüttmann , eine der Sprecherinnen der Polizei Münster.

Aufgrund diverser Vorerkrankungen bei dem Mann hatten die Beamten allerdings lange nach ihm gesucht. Alle Hinweise auf mögliche Aufenthaltsorte verliefen jedoch im Sande, so Lüttmann. Für tot indes kann ein Vermisster erst nach zehn Jahren erklärt werden.

Freudig-verhalten habe die Ehefrau auf die Nachricht reagiert, dass ihr Mann nach Jahren wieder aufgetaucht sei. Gegenüber den Polizisten in Pentling habe der späte Vater geäußert, dass er sich alsbald auf den Weg nach Münster machen wolle, um seine Familie zu sehen. Für die kommenden Tage wird er auf Kosten der Gemeinde in einer Pension in Pentling untergebracht.

Jährlich gibt es in Münster über 300 Vermisste. Für die Jahre 2014 und 2015 war dies der letzte offene Fall.

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