Fr., 23.12.2016

Pro & Contra Nach Terror-Anschlag in Berlin: Reisebusse als Straßensperren

Pro & Contra : Nach Terror-Anschlag in Berlin: Reisebusse als Straßensperren

Sperrung an der Aegidiistraße. Foto: Günter Benning

Münster - 

War es richtig, in den vergangenen Tagen aus Sicherheitsgründen wichtige Zufahrtswege in der Innenstadt mit Bussen abzusperren?

Von Klaus Baumeister, Martin Kalitschke

Pro: Nicht schön – aber richtig

Gewiss, es sah nicht besonders schön aus, was die Stadt und die Sicherheitsbehörden in den vergangenen Tagen – im wahrsten Sinne des Wortes – aufgefahren haben. Die Rede ist von den Reisebussen , die abgestellt wurden, um Attentate nach dem Vorbild Berlins zu verhindern.

Aber seien wir ehrlich: Was hätten die Verantwortlichen sonst tun können? Nachdem ein Terrorist einen Lkw in eine Menschenmenge in Berlin gesteuert hatte, musste man mit Nachahmer-Taten rechnen.

Natürlich war die Gefahr in der kleinteiligen, eher verwinkelten münsterischen Innenstadt vergleichsweise gering. Aber man stelle sich vor, der Oberbürgermeister und der Polizeipräsident hätten sich bewusst gegen solche Sperren ausgesprochen – und dann wäre etwas passiert. Die ganze Republik hätte geschrien: Wie konntet ihr nur? So gesehen war die Busaktion absolut nachvollziehbar. Klaus Baumeister

Contra: Symbol der Angst

Während die Kanzlerin nach dem schrecklichen Anschlag von Berlin an die Bürger appelliert, sich nicht vom Terror brechen zu lassen und so weiterzuleben wie bisher, riegeln die Sicherheitsbehörden die Innenstadt mit Bussen ab. Was – natürlich – im Ernstfall Schlimmeres verhindern kann, führt den Appell der Kanzlerin ad absurdum.

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Die Busse machen auch dem letzten Sorglosen klar: Ja, es besteht Anlass zu Sorge und Angst – obwohl sie doch nur für Sicherheit sorgen sollen. Die Busse in der Stadt, sie sind die viel beschworene „German Angst“ auf vier Rädern. Wo andere, deutlich stärker gefährdete Länder nur punktuell Sperren aufstellen oder Sicherheitskräfte postieren, wird hier die ganz große Lösung gesucht.

Wenn sie denn wirklich unvermeidbar ist – warum erfolgte sie dann nicht schon nach Nizza ? Genau: weil es keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Auch nicht mit Bussen.   Martin Kalitschke

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