Do., 29.12.2016

Sicherheit rund um den Hauptbahnhof Videoüberwachung wird zum Streitfall

 

  Foto: Frank Klausmeyer

Münster - 

Die Forderung nach Videoüberwachung am Hauptbahnhof entwickelt sich zum Streitfall. Mit Unverständnis reagiert SPD-Ratsherr Marius Herwig auf die Einlassungen seines CDU-Kollegen Richard Halberstadt: „Die Bewertung, dass die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof nicht mehr gewährleistet sei, geht völlig an der Realität vorbei und schürt unnötige Angst in der Bevölkerung.“

Vielmehr zeigten die polizeilichen Maßnahmen der vergangenen Monate, zum Beispiel Razzien und mehr Präsenz, Wirkung, so Marius Herwig in einer Stellungnahme. Und weiter: „Dass dies so ist, wüsste auch Herr Halberstadt , wenn er sich bei seinen CDU-Kollegen in den entsprechenden Gremien erkundigt hätte.“

Eingeschränkte Freiheit

Auch der Forderung nach einer Videoüberwachung im Bahnhofsviertel erteilt Herwig, Mitglied sowohl im für Sicherheit und Ordnung zuständigen Ratsausschuss wie auch im Polizeibeirat, eine Absage: „Die Sinnhaftigkeit von flächendeckender Videoüberwachung wird von Experten angezweifelt und stellt gleichzeitig eine gravierende Einschränkung der Freiheit dar. Ich stimme dem Polizeipräsidenten in seiner Einschätzung zu, dass mehr Präsenz seiner Einsatzkräfte das wirksamere Mittel ist.“

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Weniger Gewalttaten

CDU-Ratsherr Stefan Leschniok zeigt sich derweil „irritiert durch die pauschale Ablehnung“ einer Videoüberwachung durch Polizeipräsident Hajo Kuhlisch. Der jüngste Fahndungserfolg in Berlin zeige doch, dass Videoaufnahmen bei der Aufklärung von Straftaten helfen können, resümiert der ordnungs- und sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, der ebenfalls Mitglied im Polizeibeirat ist.

„Zudem ist die Zahl der Gewalttaten in der Berliner U-Bahn seit dem verstärkten Einsatz von Videokameras rückläufig.“ Die CDU-Ratsfraktion werde das Thema gleich zu Jahresbeginn auf die politische Agenda setzen, kündigt Stefan Leschniok an.



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