Do., 12.01.2017

Folgen der Wasserwerk-Schließung in Bremerhaven-Wulsdorf Sorge vor feuchten Kellern auch in Münster

Im Wasserwerk Vennheide sollen die Pumpen bald für immer abgestellt werden. Ein hydrogeologisches Gutachten soll bald darüber Auskunft geben, wie sich der Grundwasserpegel nach der Schließung der Station auswirken wird..

Im Wasserwerk Vennheide sollen die Pumpen bald für immer abgestellt werden. Ein hydrogeologisches Gutachten soll bald darüber Auskunft geben, wie sich der Grundwasserpegel nach der Schließung der Station auswirken wird.. Foto: hpe

Münster - 

In diesem Monat wollen die Stadtwerke bekannt geben, welche Folge die geplante Schließung von zwei Wasserwerken haben. In Bremerhaven wurden die Pumpen schon abgedreht, dort stieg der Grundwasserpegel an.

Von Helmut P. Etzkorn

Während Münster noch immer auf das hydrogeologische Gutachten über die möglichen Folgen der geplanten Wasserwerk-Schließungen wartet, werden woanders die Keller ausgepumpt.

Nachdem in Bremerhaven-Wulsdorf Mitte vergangenen Jahres die letzten Pumpen des lokalen Wasserwerks abgeschaltet wurden, stieg der Grundwasserspiegel dort an.

In Münster könnte das auch möglich sein, die Folgen vor Ort hängen aber ganz konkret von der Bodenbeschaffenheit ab. Die Struktur des Untergrunds wird deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Gutachtens der Stadtwerke sein. Fakt ist aber, dass sich der Grundwasserstand wieder so einstellen wird, wie er vor Inbetriebnahme der Wasserwerke mal war. Das meint Fachhochschul-Experte Prof. Helmut Grüning zu möglichen Folgen der Schließung des Wasserwerks Geist.

Millionenschwerer Hilfsfonds

In Wulsdorf jedenfalls müssen bereits mehrere Dutzend Keller rund um die Uhr ausgepumpt werden. Die Stadt Bremerhaven und der Energieversorger Wesernetz haben einen millionenschweren Hilfsfonds für die betroffenen Haushalte aufgelegt. Eine Interessengemeinschaft der insgesamt 187 Hausbesitzer rund um das ehemalige Wasserwerk fordert eine dauerhafte Entwässerung oder eine schnelle Wiederinbetriebnahme der Grundwasserpumpen.

Der Hilfsfonds in Wulsdorf ist für Katharina Schmitz von der lokalen Interessengemeinschaft nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Maximal gibt es einen 10 000 Euro-Zuschuss, wenn ein Hausbesitzer seinen Kellertrakt abdichten lässt. Die Kosten liegen aber „beim Fünffachen“, meint Schmitz. Für Wesernetz ist der Anstieg des Pegels „leider unausweichlich“. Durch die Pumpenförderung des Wasserwerks in den vergangenen 80 Jahren sei der Spiegel künstlich niedrig gehalten worden.

Sorge in Berg Fidel-Vennheide

Betroffen wäre in erster Linie Berg Fidel-Vennheide. In Kinderhaus sind wegen der Grundwasserflurabstände keine negativen Folgen zu erwarten, so die Bezirksregierung Münster. In Wulsdorf prognostiziert Wesernetz jedenfalls einen Anstieg des Pegels um mindestens 25 Zentimeter bis zum Sommer. Aktuell beginnt der Energieversorger damit, Gutachter in die Keller zu schicken.

Die Stadtwerke Münster erwarten ihre Gutachter-Expertise noch im Januar. Dann soll die Öffentlichkeit über mögliche Konsequenzen aus den Wasserwerk-Schließungen informiert werden.

Alte Stationen nicht mehr wirtschaftlich

Mit Beginn der zentralen Wasserversorgung 1880 wurde die erste Pumpstation, das Wasserwerk Geist in Vennheide, errichtet. Seit 1888 ist es in Betrieb. Das Wasserwerk Kinderhaus ist Münsters kleinste Pumpanlage, soll lediglich den Stadtteil versorgen und wurde 1957 in Betrieb genommen. Beide Anlagen sollen aus wirtschaftlichen Gründen bis 2021 abgeschaltet werden. In Betrieb bleiben die Wasserwerke Hornheide und Hohe Ward, wo im Jahr bis zu 15,5 Millionen Kubikmeter Wasser und damit rund 80 Prozent der benötigten Menge in und für Münster gefördert werden. Bei Engpässen in besonders trockenen Sommern kann über Gelsenwasser ab der Station Albachten zusätzlich Wasser abgerufen werden. Die Wasserqualität in Münster soll sich durch die Abschaltung nicht verschlechtern.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4553452?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F