Fr., 13.01.2017

Osmo-Insolvenz Unverhofftes Geld für 1626 Gläubiger

Das Insolvenzverfahren Osmo ist seit 15 Jahren in Münster eine unendliche Geschichte. Jetzt erhielten erstmals 1626 Gläubiger Geld vom Konto des Insolvenzverwalters.

Das Insolvenzverfahren Osmo ist seit 15 Jahren in Münster eine unendliche Geschichte. Jetzt erhielten erstmals 1626 Gläubiger Geld vom Konto des Insolvenzverwalters. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Der Geldsegen kurz vor dem Jahreswechsel kam unverhofft. 1626 Gläubiger bekamen aus der Insolvenzmasse des einstigen Holzriesen Osmo insgesamt rund vier Millionen Euro ausgezahlt. Eine weitere Zahlung soll folgen.

Von Gabriele Hillmoth

Die Ausschüttung von insgesamt 4.151.430 Euro an die Gläubiger von Osmo kurz vor dem Jahresende 2016 kam ziemlich unverhofft. Rund 15 Jahre nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens des damaligen Industrieunternehmens Ostermann & Scheiwe veranlasste Insolvenzverwalter Michael Mönig jetzt die Zahlung von Beträgen zwischen 50 und 15.000 Euro an insgesamt 1626 Gläubiger.

„Ich kann es besser auszahlen, als auf dem Konto liegen zu lassen“, sagt der Jurist. Wobei er eigentlich täglich Zahlungen im Insolvenzverfahren Osmo leisten müsse.

Für die Gläubiger aber sei es die erste Zahlung gewesen, so Mönig, der eine weitere ankündigt. Nur der Zeitpunkt dafür stehe noch nicht fest. Mönig betont, dass er inzwischen zwar so gut wie alles Verwertbare auch tatsächlich verwertet habe. „Noch stehen aber Klärungen mit der Finanzverwaltung aus“, berichtet Michael Mönig, dafür und für laufende Kosten müsse er noch Geld zurückbehalten. Wobei es seinen Angaben zufolge um steuerliche Fragen gehe, die aber weit zurückliegen würden.

Vor 15 Jahren wurde das Insolvenzverfahren Osmo in Münster eröffnet. Gleich im ersten Jahr habe er das „meiste verkaufen können“, zieht Insolvenzverwalter Mönig Bilanz und spricht von 98 Prozent.

Probleme gab es lange Zeit mit dem Hafengrundstück von Osmo. Aufgrund des fehlenden Baurechtes sei es schwierig gewesen, das Areal zu veräußern. Interessenten habe es genug gegeben, doch das fehlende Baurecht schreckte ab. Er sei darum froh, dass es zum Verkauf gekommen sei.

Die Belegschaft von Osmo habe inzwischen ihr Geld zum größten Teil bekommen. Michael Mönig spricht von insgesamt 23,5 Millionen Euro. Dieser Betrag sei an die Beschäftigten überwiesen worden. Weitere Zahlungen von Gehältern, Löhnen, Forderungen aus dem Sozialplan, Transferleistungen seien geleistet worden.

520 von 560 Beschäftigten in Münster seien Eins-zu-eins übernommen worden. Mönig ärgert sich nur, dass Mitarbeiter, die ihr Geld aus der Insolvenzmasse bekommen haben, immer noch Kritik übten, weil sie noch Restbeträge zu erwarten haben. Beschäftigte im damaligen Osmo-Werk in Papenburg dagegen, die aufgrund der Insolvenz direkt in die Arbeitslosigkeit gehen mussten, hätten zwar auch ihr Geld bekommen, aber dafür keinen neuen Job. Dort würde sich niemand melden.



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