Fr., 17.02.2017

„Jugend forscht 2017“ Freude am Tüfteln und Forschen

Quentin Staudinger hat Motoren, einen kleinen Computer und einen Fingerabdrucksensor in das Fahrrad integriert. Mit seinem Projekt belegte der 15-Jährige den zweiten Platz in der Kategorie „Arbeitswelt“.

Quentin Staudinger hat Motoren, einen kleinen Computer und einen Fingerabdrucksensor in das Fahrrad integriert. Mit seinem Projekt belegte der 15-Jährige den zweiten Platz in der Kategorie „Arbeitswelt“. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Innovative Ideen, spannende Konzepte und begeisterte Schüler: Beim IHK-Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ zeigten junge Forscher einfallsreiche Projekte. Die Jury hatte schwere Entscheidungen zu treffen.

Von Anna Spliethoff

Es ist mit Abstand das beliebteste Verkehrsmittel in Münster : das Fahrrad . Vor allem Diensträder werden aber meist von mehreren Personen geteilt. Jedes Mal den Sattel einzustellen, kann lästig sein. Für dieses Problem hat Quentin Staudinger vom Gymnasium Wolbeck eine Lösung gesucht – und damit bei „ Jugend forscht “ den zweiten Platz im Bereich „Arbeitswelt“ belegt.

Der 15-Jährige war einer von 124 Teilnehmern, die am Freitag in der Stadthalle Hiltrup ihre Projekte beim IHK-Regionalwettbewerb vorstellten. Den Auftakt hatten die jüngeren Forscher von „Schüler experimentieren“ gemacht.

Zurück zur Leeze. An einem gespendeten Fahrrad hat Quentin Staudinger Motoren, einen kleinen Computer und einen Fingerabdrucksensor eingebaut. Er erklärt: „Auf meiner Homepage kann man sich registrieren und bekommt ein Passwort zugewiesen. Mit dem meldet man sich am Fahrrad an.“ Voll automatisch werden dann Sattel und Lenker auf die richtige Höhe eingestellt. Der Grund für das Projekt: „Mit einem richtig eingestellten Fahrrad fährt man nicht nur sicherer, sondern auch gesünder.“

Ein paar Tische weiter geht es um Umweltschutz und Leistungsfähigkeit. Nils Südhoff vom Städtischen Gymnasium Borghorst hat ein System für die Wasserinjektion bei Diesel- und Ottomotoren entwickelt. Dafür wurde er mit dem zweiten Platz in der Kategorie „Technik“ ausgezeichnet. Die Idee: Das Wasser nicht schon vor dem Zylinder, sondern direkt in die Verbrennung einspritzen. Der 18-Jährige erklärt: „Das erhöht den Kühleffekt und die Verbrennung wird auch gleich gesünder.“

Besonders lange hat Frederik Dunschen von der Friedensschule an seinem Projekt gearbeitet. Er hat einen kleinen Helikopter mit zwei Rotorblättern gebaut. Seinen Auftrieb bekommt er durch Rotation. Dem Schüler ist es gelungen, dass das Fluggerät trotzdem steuerbar ist – über einen Infrarotempfänger.

Eineinhalb Jahre hat der 18-Jährige an seinem Gerät getüftelt: „Seit Dienstag fliegt es.“ Glück gehabt, dass es noch vor der Präsentation fertig wurde? Frederik Dunschen meint: „Gutes Timing.“ Er belegte den ersten Platz in der Kategorie „Technik“.

Doch es gibt nicht nur Innovation, sondern auch viel Spaß: Nils Bauersachs, Malte Bußmann und Sven Koers vom Berufskolleg Rheine waren „auf der Suche nach der perfekten Welle“, wie es sie im Eisbach in München gibt. Auch in Rheine möchten sie so eine – und haben eine Konstruktion entwickelt. Malte Bußmann findet: „Es wäre toll, wenn die Umsetzung auch klappt.“

Mit dem Wettbewerb sind die Veranstalter sehr zufrieden. „Die Qualität ist nach wie vor gut“, fasste Dr. Carsten Penz zusammen. Bisher war er Leiter des Regional-Wettbewerbs, jetzt wird er Leiter des Landeswettbewerbs. Seine Nachfolge tritt Berthold Sommer aus Lüdinghausen an.

Penz schätzt am Wettbewerb vor allem die Begeisterung: „Man sieht das Leuchten in den Augen der Kinder.“ Sören Bauermann, Geschäftsführer der BASF Coatings, bereits zum 15. Mal Kooperationspartner, sagte: „Um Kinder und Jugendliche zu begeistern, müssen Naturwissenschaften attraktiv und erlebbar gemacht werden.“ Dafür sei der Wettbewerb eine tolle Plattform.



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