Fr., 17.02.2017

Anmeldeverfahren geht in der dritten Runde Erstklässler weiter in Ungewissheit

Die Einschulung ist für Kinder ein besonderer Tag – noch aber steht für viele nicht fest, in welche Grundschule sie gehen können.

Die Einschulung ist für Kinder ein besonderer Tag – noch aber steht für viele nicht fest, in welche Grundschule sie gehen können. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Melanie Hug und Jörg Niehues, Konrektorin und Rektor der Dreifaltigkeitsschule, haben in diesen Tagen keine angenehme Aufgabe. Sie müssen acht bis zehn bei ihnen angemeldete i-Männchen abweisen.

Von Karin Völker

Die Dreifaltigkeitsschule ist momentan nicht allein in dieser unerfreulichen Lage. Auch weitere Grundschulen sind in der für manche Eltern inzwischen dritten Anmelderunde. Weil der Schulwunsch von Eltern und die Kapazität einzelner Grundschulen nicht in Übereinstimmung zu bringen sind, kann momentan kein angehendes Schulkind auf städtischen Grundschulen sicher sein, wo es im Sommer seinen Tornister hintragen wird. Wolfgang Wimmer , stellvertretender Schulamtsleiter, kann sich an „eine ähnlich schwierige Anmeldesituation der Erstklässler “ nicht erinnern.

Nach einem Gerichtsurteil aus dem vergangenen Jahr sei die Verteilung noch schwieriger geworden, so Wimmer. Bei der Aufnahme an einer Bekenntnisschule in städtischer Trägerschaft ist demnach die Konfession des Kindes an erster Stelle ausschlaggebend dafür, ob es einen Schulplatz erhält. Erst danach zählen die Argumente, ob schon Geschwister die Schule besuchen und die Entfernung zum Wohnort. Im Fall der katholischen Dreifaltigkeitsschule haben nun die katholisch getauften Kinder Vorrang, in zweiter Linie die Geschwisterkinder. „Wir haben von der Stadt eine Liste bekommen, die uns die Entfernungen aller bei uns angemeldeten Kinder zur Wohnadresse zeigt“, erläutert Melanie Hug . Im Extremfall könnte dies bedeuten, dass eines von zwei Nachbarkindern einer Straße keinen Platz erhalte, weil es zehn Meter weiter entfernt wohne. „Wir versuchen alles um solche Härten zu vermeiden“, beteuert Hug.

Auch Schulausschussvorsitzende Angela Stähler ( CDU ) bedauert es, „dass in den Familien der künftigen Erstklässler noch Ungewissheit herrscht. Das ist gerade für so kleine Kinder hart“, meint sie. Die Verteilung der Kinder auf die Grundschulen müsse in Verwaltung und Politik noch einmal Thema werden, so Stähler.

Weil es in Münster keine Schuleinzugsbezirke gibt, und Eltern das Recht der freien Schulwahl haben, könne die Stadt im Fall einer Abweisung keine Alternativempfehlung geben, betont Wimmer. Er hofft aber, dass bis zum 15. März für alle angehenden i-Männchen Klarheit herrscht. 



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