Fr., 24.02.2017

Wolbecker wegen jahrelanger Diskussion um Gefängnis-Neubau verunsichert „In keinster Weise begeistert“

Wolbecker wegen jahrelanger Diskussion um Gefängnis-Neubau verunsichert : „In keinster Weise begeistert“

(Symbolbild) Foto: dpa

Münster-Wolbeck - 

Die Frage nach einem möglichen Gefängnis-Neubau beschäftigt viele Münsteraner. Ganz besonders aber die Wolbecker. Wie berichtet, sucht der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB) seit Langem nach einem neuen Standort für die münsterische Justizvollzugsanstalt (JVA). Ankaufgespräche für ein mindestens zwölf bis 15 Hektar großes Gelände sollen bereits laufen. 

Von Iris Sauer-Waltermannn

Nach Informationen unserer Zeitung sind im Stadtbereich von Münster drei Grundstücke in die engere Auswahl gerückt, und zwei davon liegen im nördlichen Bereich von Wolbeck . Genau gesagt westlich und östlich des Alten Mühlenwegs. Kein Wunder, dass sich bei den Bürgern der näheren Umgebung Unruhe breitmacht.

So etwa bei Rosemarie Linnemann . Ihr Haus steht genau wie das ihres Sohnes unmittelbar auf der zu prüfenden Fläche östlich des Alten Mühlenwegs. „Wir sind schon mehrfach von Nachbarn gefragt worden, wann unser Haus denn abgerissen würde“, meint die Wolbeckerin sarkastisch. Von dieser Idee sei sie natürlich „in keinster Weise begeistert“.

Die Diskussion um ein mögliches Gefängnis-Areal auf einem Teil ihres Grundstücks gebe es nun schon seit Jahren. Die Unsicherheit genauso lange. Vom BLB ist die Grundstücks-Eigentümerin allerdings noch nicht wegen eines möglichen Verkaufs angesprochen worden.

Fotostrecke: So sieht es in dem geräumten Gefängnis aus

Diese Erfahrung teilt sie mit dem Rentmeister des Domkapitels, Stefan Bexten . Das Domkapitel besitzt ein knapp zehn Hektar großes, landwirtschaftlich genutztes Grundstück auf der zur Diskussion stehenden Fläche.

„An uns ist bisher niemand herangetreten“, erklärt Bexten auf Anfrage unserer Zeitung. Da man noch nicht gefragt worden sei, habe man auch noch nicht über das Thema nachgedacht. Grundsätzlich stünden die Vorzeichen zurzeit jedoch nicht auf Verkauf.

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Zwei weitere Anlieger haben ebenfalls noch keine Anfrage vom BLB erhalten, zeigen sich jedoch in Bezug auf einen möglichen Gefängnis-Neubau vor Ort sehr skeptisch: „Das ist doch ein Rieseneingriff“, gibt ein Eigentümer zu bedenken. Man lebe bisher ruhig, bekräftigt er, und verweist auf die Naturnähe.

In der Tat liegen Teile der für einen möglichen Gefängnisneubau ins Auge gefassten Fläche am Alten Mühlenweg im „Landschaftsschutzgebiet Werse-Ems-Niederung, Kreuzbach, Angel und Wolbecker Tiergarten“.

Was sagt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb zu den Bedenken der Bürger? Der BLB habe die Präferenz von Wolbecker Grundstücken nicht in den Raum geworfen, erklärt BLB-Sprecherin Rebecca Keller auf Anfrage unserer Zeitung. Mit Rücksicht auf laufende Grundstücks-Verhandlungen will sie keine weiteren Auskünfte erteilen. Es gebe nach wie vor elf Standorte in Münster, die alle „gut geeignet“ seien.

Einen Funken Hoffnung gibt es allerdings für Wolbeck: Man arbeite sich „von oben nach unten durch“, kontaktiere also als erstes die Eigentümer, deren Grundstücke am ehesten geeignet erschienen, so Keller. Und da dürften die Eigentümer östlich des Mühlenwegs noch nicht dabei sein.

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