Sa., 04.03.2017

Landtagswahlkampf ohne Kongresshalle Musikcampus wächst ganz piano

Das ehemalige Institutsgebäude   der Pharmazie an der Ecke Einsteinstraße/Hittorfstraße soll abgerissen werden . Hier könnte der Musikcampus entstehen.

Das ehemalige Institutsgebäude  der Pharmazie an der Ecke Einsteinstraße/Hittorfstraße soll abgerissen werden . Hier könnte der Musikcampus entstehen. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Ganz piano treiben Stadt Münster und Westfälische Wilhelms-Universität die Pläne für den millionenschweren Musikcampus am Coesfelder Kreuz voran. Alle Beteiligten sind sich einig, das pikante Thema aus dem Landtagswahlkampf herauszuhalten.

Von Ralf Repöhler, Karin Völker

Die Ouvertüre im September vergangenen Jahres war ein Paukenschlag. Universitätsspitze und Oberbürgermeister (OB) unterzeichneten eine Absichtserklärung, die den Bau eines Musikcampus am Coesfelder Kreuz prüft. Seitdem wächst das millionenschwere Bauvorhaben ganz piano im Verborgenen.

Musikcampus nicht Thema im Landtagswahlkampf?

Und das aus gutem Grund: Die Befürworter sind sich einig, dass der Musikcampus, in den viel Geld aus Düsseldorf fließen soll, aus dem laufenden Landtagswahlkampf herausgehalten werden soll. Denn das Vorhaben sei auch bei der Finanzierung eine einmalige Chance für Münster, sagt ein Insider.

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Stadt und Universität suchen nach Wegen, wie die hohen Kosten getragen werden können. Die Uni will die Finanzfrage mit dem Land klären und durchaus einen Eigenanteil einbeziehen. Die Stadt wird das Thema in den kommunalen Gremien vorantreiben. Vor wenigen Tagen gab es ein Spitzengespräch aller Beteiligten. „Alle sind sehr kooperativ. Derzeit laufen die Gespräche auf der Fachebene“, bestätigt Oberbürgermeister Markus Lewe. In diesem Jahr sollen die Planungs- und Finanzziele festgezurrt werden.

Mehrere Probleme zu lösen

Herzstück des Musikcampus auf dem Gelände der ehemaligen Pharmazie der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) soll ein modernes Kongress- und Veranstaltungsgebäude an der Hittorfstraße sein. Für Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels könnten mit dem Campus mehrere Probleme gleichzeitig gelöst werden. Zum einen brauche die Musikhochschule wegen ihrer Größe definitiv ein größeres Gebäude. Und es wäre zum anderen sinnvoll, die Räume dort mit der städtischen Musikschule zu nutzen, die ebenfalls zu klein sei.

Ein dritter Punkt: Die Universität möchte seit Langem eine Tagungsmöglichkeit für internationale Kongresse mit ca. 1500 Personen schaffen, einen so großen Hörsaal mit entsprechender Technik und Akustik hat die Uni nicht. Für Kongresse dieser Größenordnung brauche man einen Gebäudekomplex mit einem zentralen großen Hörsaal und Nebenräumen. „Ein solches Tagungszentrum würde Münster als Kongress-Stadt noch konkurrenzfähiger machen“, glaubt Johannes Wessels.

Konzertsaal für Münster

Er plädiert dafür, den großen Saal zu einem Konzertsaal auszubauen, um in Münster endlich eine Möglichkeit zu schaffen, hochkarätige Musiker und Orchester für Gastspiele zu gewinnen und außerdem Übungs- und Auftrittsmöglichkeiten für das städtische Sinfonieorchester zu schaffen.

Der Standort an der Hittorfstraße wird in politischen Kreisen kontrovers diskutiert, zumal Hanno Höyng und Christoph Deckwitz für ein Kultur- und Bildungsforum auf dem Parkplatz Hörsterstraße werben – mit einem kombinierten Kongress- und Konzertsaal.

Die Universität indes verweist beim Coesfelder Kreuz auf die gute Verkehrsanbindung und das neue Parkhaus in unmittelbarer Nachbarschaft. Auch OB Lewe findet: „Der Standort hat eine hohe Urbanität.“ 

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