Mo., 27.03.2017

Verfassungsreferendum Türken können jetzt im Generalkonsulat abstimmen

Hier sollen sich die Wähler anstellen.

Hier sollen sich die Wähler anstellen. Foto: Karin Völker

Münster - 

Seit Montag um 9 Uhr wird im türkischen Generalkonsulat an der ­Lotharingerstraße gewählt. Das von Präsident Erdogan ausgerufene Referendum über die Verfassungsänderung hat für die in Deutschland lebenden Türken begonnen.

Von Karin Völker

Am Morgen machten 100 Wähler den Anfang, die in Bussen nach Münster gebracht worden waren. „Die Busse werden von den türkischen Parteien gechartert“, erklärt die türkische Generalkonsulin Pinar Gülün Kayseri. Ihre Mitarbeiter sind bis zum 9. April, wenn die Abstimmung endet, gut beschäftigt. Täglich von 9 bis 21 Uhr, auch am kommenden Wochenende, kann abgestimmt werden.

Am Durchgang zum Generalkonsulat ist für die Zeit des Referendums der Zugang für die Wähler eingerichtet, ein Mitarbeiter lotst sie herein, drinnen kann an sechs Urnen abgestimmt werden. Der Stimmzettel ist diesmal denkbar einfach: „evet“ (ja) oder „hayir“ (nein).

Wer abstimmen möchte, musste sich zuvor registrieren lassen. Das sind rund 100 000 Menschen für die das Generalkonsulat zuständig ist. Neu ist jetzt, dass türkische Staatsbürger auch an jedem anderen Generalkonsulat in Deutschland ihre Stimme abgeben können. Darum sei es nicht unwahrscheinlich, „dass viele im Ruhrgebiet lebende Türken, für die wir eigentlich zuständig sind, diesmal in Essen oder Dortmund wählen“, erklärt Kayseri.

An den Wahlurnen sitzen als Helfer von den drei im türkischen Parlament stärksten Parteien entsandte Helfer – das ist neben Erdogans AKP die MHP (Nationalistische Bewegung) und die republikanische CHP. Nach dem 9. April werden die Stimmzettel in die Türkei geflogen und am Abend des Referendums, dem 16. April, ausgezählt, so Kayseri.

Bei der Parlamentswahl 2016 lag die Wahlbeteiligung in Münster bei 34 Prozent – damals mussten jedoch alle im Zuständigkeitsbereich des Generalkonsulats zwingend in Münster abstimmen. Die Sicherheitsvorkehrungen während des Referendums seien so, wie bei den Wahlen zuvor, sagt Kayseri. Am Montag parkte ein Polizeiwagen vor dem Konsulat. Die wenigen Wähler, die am Mittag ihre Stimme abgaben, gingen schnell an den Journalisten auf dem Bürgersteig vorbei: „Kein Kommentar.“

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