Fr., 31.03.2017

Notorischer Abfallsammler in Kinderhaus Der Müllberg im Garten ist wieder da

Ingrid Peters mit der dicken Akte des Falles auf ihrem Balkon. Unten türmt sich der Müll im Nachbargarten.

Ingrid Peters mit der dicken Akte des Falles auf ihrem Balkon. Unten türmt sich der Müll im Nachbargarten. Foto: Werner

Münster-Kinderhaus - 

Im vergangenen Sommer räumte die Stadt zwangsweise 40 Kubikmeter Müll aus einem Garten eines Reihenhauses am Althausweg. Der Eigentümer hortet Müll – sehr zum Ärger seiner Nachbarn. Nun wächst der Müllberg wieder.

Von Karin Völker

Ingrid und Heinrich Peters atmeten im August 2016 buchstäblich auf, als die Stadt Münster mit mehreren Müllwagen und Mitarbeitern in Schutzanzügen anrückte. Aus Haus und Garten ihres Nachbarn am Althausweg in Kinderhaus wurden 40 Kubikmeter Müll abtransportiert. Der vom Nachbarn gesammelte, meterhoch aufgetürmte Abfall hatte den kompletten Garten gefüllt.

Nun wächst der Müllberg wieder im Garten des Reihenhauses. Der 54 Jahre alte Nachbar, Eigentümer des Reihenhauses, sammelt Müll und hortet alte Matratzen, Lebensmittelbehälter, Müllsäcke, mittlerweile stapeln sich die Abfälle meterhoch auf der Terrasse. Ingrid und Heinrich Peters blicken, wie vor einem Jahr vom Balkon ihres Schlafzimmers auf den Müllberg und erwarten, dass sich, wieder hier Ratten einnisten. Der Nachbar, der sich bei der Räumaktion freiwillig in psychiatrische Behandlung begab, kehrte im Herbst zurück.

Nachbarin ist ratlos

Seither sammelt er wieder. Gegenüber den Nachbarn Peters, die gegen ihn gerichtlich angehen, begegnete er mit Aggressivität. Ingrid Peters hat deswegen bereits November 2016 eine Anordnung des Amtsgerichts erwirkt, dass der Nachbar sich ihr nicht nähern und sie bedrohen darf. „Bislang hat er sich widerwillig daran gehalten, wenn ich mal von seinen Drohgebärden mir gegenüber absehe“, sagt Ingrid Peters, die den Mann in dieser Woche nach verbalen Drohungen bei der Polizei angezeigt hat.

Die Stadt sieht sich aktuell, wie schon vor einem Jahr, rechtlich nicht in der Lage einzuschreiten. „Noch ist der aktuelle Zustand mit der Situation von 2016 nicht vergleichbar“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt, deren Umweltamt zuständig ist. Ein Eilantrag der Eheleute Peters auf Räumung des Mülls vor den Amtsgericht scheiterte, das Landgericht bestätigte die Entscheidung. Eine Eilentscheidung des ebenfalls angerufenen Verwaltungsgerichts stehe noch aus, sagt Paul Lodde, der Anwalt des Ehepaars.

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Die untere Abfallbehörde im Umweltamt schaue sich das Grundstück regelmäßig an, beteuert die Stadt. Sie informierte kürzlich die Eheleute Peters, dass die Müllsammelleidenschaft des Nachbarn eine psychische Störung sei und der Müll für den Mann somit nicht als solcher gelte. "Unglaublich", findet das Ingrid Peters. Sie fühlt sich erneut von den staatlichen Institutionen im Stich gelassen und ist schlicht „ratlos“.

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