Mi., 05.04.2017

Münster und Enschede tauschen Stadtoberhäupter Grenzen in den Köpfen abbauen

Im Mosaiksaal des Enscheder Rathauses zogen Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen (l.) und sein münsterischer Amtskollege Markus Lewe Bilanz ihres zweitägigen Austauschs.

Im Mosaiksaal des Enscheder Rathauses zogen Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen (l.) und sein münsterischer Amtskollege Markus Lewe Bilanz ihres zweitägigen Austauschs. Foto: Martin Borck

Enschede - 

Die erfolgreiche Bahnverbindung zwischen Münster und Enschede ist für Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe ein Symbol für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Region. Vor gut 15 Jahren wurde die Lücke in der Schienenverbindung geschlossen. „Das Gleis hat eine Verknüpfung über die Grenze hergestellt. Genauso müssen wir dafür sorgen, dass wir die Grenzen in unseren Köpfen abbauen.“

Von Martin Borck

Lewe hat zwei Tage lang seinen Schreibtisch mit dem seines Enscheder Amtskollegen Onno van Veldhuizen getauscht. Das Arbeitszimmer im Enscheder Rathaus hat er jedoch nur relativ kurz von innen gesehen.

Viel zu tun für Lewe

Gespräche und Begegnungen überall in der Stadt standen im Vordergrund: mit Unternehmern, mit Vertretern der Uni und der Fachhochschule, mit Schülern. Er besuchte die Enscheder Synagoge und die lokalen Medien.

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Der Kontakt der Bürgermeister untereinander ist recht eng. „Wir haben uns schon kurz nach der Amtseinführung Onnos getroffen. Und gemeinsam mit seiner Frau hat er Münster besucht. Wir haben gemeinsam mit unseren Frauen auf Fahrrädern die Stadt erkundet.“

Lewe hat die Vision eines gemeinsamen europäischen Raums mit internationaler Ausstrahlung. „Wir haben an beiden Seiten der Grenze so viel innovatives Potenzial und fantastische Unternehmen.“ Angetan haben es ihm in Enschede die vielen Start-up-Unternehmen. Und: „Es gibt bereits Kooperationen in vielfältiger Form. Die können aber ausgebaut und vertieft werden.“

Kooperation bei praktischen Dingen

Wissenschaft, Kultur, ein gemeinsamer Arbeitsmarkt, Verkehr – es gibt etliche Felder, deren Entwicklung von beiderseitigem Interesse sind. Und wenn es mal Konflikte gibt? „Wir leben nicht im Paradies“, sagt van Veldhuizen. Durch die guten Kontakte könne man mit eventuellen Konflikten besser umgehen.

Potenzial für Kooperation sieht Lewe schon bei praktischen Dingen: „Wenn in Münster ein Kongress stattfindet, sind die Hotels voll. In Enschede gibt es freie Bettenkapazitäten. Nur dass für viele Münsteraner hinter Gronau die Welt quasi aufhört – und zu wenig daran gedacht wird, die Möglichkeiten dort zu nutzen.“

Die Ergebnisse des Austauschs fließen in eine Absichtserklärung ein, in der bis zum Sommer ein Fahrplan für die Umsetzung konkreter Punkte verabschiedet werden soll.



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