Mi., 05.04.2017

Suche nach Investoren und Mehrheiten im Club Preußen rühren die Werbetrommel

Preußen-Präsident Christoph Strässer  

Preußen-Präsident Christoph Strässer   Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Am Ende, als nach knapp zwei Stunden abgepfiffen wurde, da waren nicht nur die Entscheider des SC Preußen Münster zufrieden. Offenbar auch die 166 Vereinsmitglieder im Auditorium, die Beifall spendeten für den Berg an Informationen zum Thema „Ausgliederung der Profi-Abteilung“ beim Fußball-Drittligisten.

Von Alexander Heflik

Ein Thema, bei dem Fans in viele Lager gespalten sind. Mehr noch: Prof. Christoph Schickhardt, Sportanwalt und juristischer Experte für die Schaffung von Kapitalgesellschaften bei Proficlubs, war mehr als glücklich über den Verlauf: „Man erwartet mehr Zwischenrufe, Anfeindungen oder auch Beleidigungen bei solchen Veranstaltungen. Die Art und Weise, wie der Verein das jetzt macht, wie die berechtigte Kritik vorgetragen wurde, wie sich die Fans in die Diskussion eingebracht haben und die geplante Beteiligung der Mitglieder – das ist eine einmalige Chance für die Preußen.“

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Ohne Ausgliederung, so Schickhardt, gäbe es für den SCP praktisch keine Perspektive. Weder sportlich, noch in Sachen Stadion. Mit einer Ausgliederung bliebe der Verein in der Stimmmehrheit, Investoren könnten dennoch Teil einer „wirtschaftlichen Anschubfinanzierung“ sein. Nur so könne die Dritte Liga verlassen werden, auch bei der Stadionfrage sei das wichtig. Vorteil für die Preußen: Sollte die Kapitalgesellschaft Schiffbruch erleiden, ginge die Lizenz an den Verein zurück.

Außerordentliche Mitgliederversammlung

SCP-Präsident Christoph Strässer steht nicht nur mit seiner SPD vor einem Superwahljahr, er geht auch auf Wahlkampftour für die Ausgliederung. Das Programm ist stramm, noch im ersten Halbjahr soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung darüber entscheiden. Der SCP bräuchte dieses Votum gar nicht, wie Aufsichtsratsmitglied Walther Seinsch sagte, will aber eine – Achtung – 75-prozentige Zustimmungsquote bei der Abstimmung erreichen.

Stichwort: Stadionbau

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„Selbst Dritte Liga wird auf Dauer unter den gegebenen Umständen schwierig. Wir wollen versuchen, nicht nur die Mitglieder und Fans, sondern auch die Stadtgesellschaft für das Projekt zu begeistern.“ Auch da soll die Werbetrommel gerührt werden, denn in der Wirtschaft der Region finden sich die potenziellen Investoren für eine Kapitalgesellschaft. Ein ambitionierter Weg, den der SCP gerade beschreitet.

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