Fr., 07.04.2017

Erneute Schlappe vor Gericht Klage gegen müllsammelnden Nachbarn

Ein Bild von der Zwangsräumung des Mülls im August 2016. Die derzeitige Belästigung rechtfertige eine solche Maßnahme noch nicht, urteilen die Gerichte.

Ein Bild von der Zwangsräumung des Mülls im August 2016. Die derzeitige Belästigung rechtfertige eine solche Maßnahme noch nicht, urteilen die Gerichte. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Das Ehepaar Peters am Althausweg in Kinderhaus, dessen Nachbar massenhaft Müll im Garten sammelt, ist erneut vor Gericht gescheitert. Die Begründung frustriert die Münsteraner.

Von Karin Völker

Ingrid und Heinrich Peters, Reihenhausbewohner am Althausweg in Kinderhaus, kennen sich mittlerweile aus mit Behördenbescheiden und Gerichtsentscheidungen. Vor allem solchen, die ihnen nicht gefallen. In dieser Woche bekamen sie wieder Post. Das Verwaltungsgericht hat ihren Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung abgelehnt.

Es stank bestialisch

Es ist der Nachbar des Ehepaares, der die beiden seit dem vergangenen Jahr in den Kampf mit der Stadt Münster und Gerichten treibt. Der Mann, Erbe des Reihenhauses zur Linken der Peters, nutzt die Immobilie, um sie, inklusive Garten, mit Müll zu befüllen. Unzählige gelbe Säcke, aber auch alte Matratzen, Farbeimer, Gerümpel, was die Leute eben an Sperrmülltagen vor die Tür stellen. Wie berichtet, war der Garten im vergangenen Sommer meterhoch und lückenlos gefüllt, Ratten und Ungeziefer hatten sich eingenistet, es stank bestialisch.

August 2016: 40 Kubikmeter Müll wurden abtransportiert

Erleichterung trat ein, als im August schließlich nach monatelangem Kampf mit den Behörden der Müll durch die Stadt zwangsgeräumt wurde. 40 Kubikmeter wurden abtransportiert, der Nachbar kam in stationäre Behandlung in die Psychiatrie. Seitdem er zurück ist, geht er seiner alten Leidenschaft nach, schon früher, bevor er das Haus erbte, hatte er Müllsäcke auf öffentlichen Grundstücken in großem Stil gesammelt.

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Dritte Niederlage vor Gericht

Mit der aktuellen Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster hat das Ehepaar Peters im aktuellen Kampf gegen die wachsende Müllkippe schon die dritte Niederlage vor Gericht gegen die Stadt Münster kassiert. Beim Amtsgericht reichten sie erfolglos Zivilklage ein, das Landgericht bestätigte dessen Urteil. Der Tenor der Entscheidung: Die Belästigung ist momentan noch nicht schwerwiegend genug, dass ein Eingreifen gerechtfertigt wäre. Die Intensität reiche noch nicht für eine „Gefährdung der Antragsteller“, zitiert Gerichtssprecher Michael Labrenz aus der Entscheidung.

„Machtlos und von den staatlichen Institutionen alleingelassen"

Das Gefühl, „machtlos und von den staatlichen Institutionen alleingelassen zu sein“, kennen die Peters schon vom vergangenen Jahr. „Wir werden trotzdem Widerspruch gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts erheben“, kündigt Ingrid Peters an. Sie hat im November 2017 gegen den 54-jährigen Nachbarn eine Gewaltschutzanordnung erwirkt, nach der er sich ihr nicht nähern und sie bedrohen darf. Nachdem der Nachbar ihr kürzlich vor der Haustür verbal gedroht habe, erstattete sie Anzeige bei der Polizei, „bisher ohne Reaktion“. Ingrid Peters hat sich aufgeschrieben, was der Nachbar sagte: „Ich kriege dich kaputt, ich werde dich zerstören.“

Kommentar zum Thema

"Es ist nicht leicht zu verstehen, dass man extreme Belästigungen, die von Nachbarn ausgehen, hinzunehmen hat. Diese Erfahrung macht das Ehepaar Peters aus Kinderhaus nun schon zum zweiten Mal." Ein Kommentar von Karin Völker



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