Fr., 21.04.2017

Gremmendorfer York-Kaserne 2018 könnten die Bagger anrollen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge residiert in der York-Kaserne in Gremmendorf.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge residiert in der York-Kaserne in Gremmendorf. Foto: Günter Benning

Münster-Gremmendorf - 

Heftig waren die Emotionen, als in den vergangenen Wochen bekannt wurde, dass die liegenschaftlichen Verhältnisse in der Gremmendorfer York-Kaserne doch etwas komplizierter sind als bislang vermutet.

Von Klaus Baumeister

Mit geplanten 1750 Wohnungen, so die aktuelle Zahl, ist das York-Quartier ein zentraler Eckpfeiler der Wohnungspolitik in Münster. Nach dem Ende der politischen Debatte geht es jetzt um die Frage, welche Teilbereiche des künftigen Neubaugebietes welchen „Status“ haben. Hier eine Übersicht:

► Alle farbigen Flächen, die nicht orange, blau oder rot markiert sind, stehen für eine Bebauung zur Verfügung. Den Bebauungsplan, der das Quartier strukturieren soll, will die Stadt Münster Ende des Jahres verabschieden. Wenn sich die Stadt und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) bis dahin auch über einen Kaufpreis geeinigt haben, was bisher nicht der Fall war, könnten im Jahr 2018 die Bagger anrollen.

► Die rot markierte Fläche markiert das Areal des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Es steht auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung. Wenn das Bamf zu einem späteren Zeitpunkt aufgelöst wird oder umzieht, kann die Stadt auch diese Fläche erwerben und sie entsprechend den Plänen für das neue Quartier auf dem Kasernengelände entwickeln.

► Die blau markierten Flächen kennzeichnen zwei Kasernengebäude, die eventuell als Wohnheime für Zollschüler dienen sollen und in diesem Fall im Eigentum des Bundes bleiben würden. Eine entsprechende Prüfung läuft derzeit.

► Die orange markierte Fläche ist aktuell reserviert für die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) des Landes Nordrhein-Westfalen für Flüchtlinge. Nach der aktuell gültigen Sprachregelung wird diese Nutzung „im Laufe des Jahres 2018“ aufgegeben. Danach könnte die Stadt auch diese Flächen erwerben und entsprechend den vorliegenden Plänen zu einem Wohnquartier weiterentwickeln.

Dieses angestrebte Ziel hat zur Voraussetzung, dass sich bis dahin die Flüchtlingssituation so weit entspannt hat, dass die EAE aufgelöst werden kann. Alternativ könnte die zuständige Bezirksregierung Münster die Einrichtung an einen anderen Standort verlagern.

Zwischenzeitlich war hierfür die Blücher-Kaserne im Gespräch. Das Gelände an der Einsteinstraße, das derzeit von der Bundeswehr genutzt wird, steht aktuell nicht zu Verfügung. Ob alternativ zur Blücher-Kaserne die EAE 2018 an eine andere Stelle verlagert wird, ist nicht bekannt.

Auf wiederholte Anfrage unserer Zeitung erklärte die Bima, dass man großes Interesse habe, das derzeit als Erstaufnahmeeinrichtung genutzte Areal an die Stadt Münster zu verkaufen – vorausgesetzt natürlich, der Preis stimme. Bekannt ist aber auch, dass bei einer sich ändernden Situation, ausgelöst etwa durch den Krieg in Syrien, die Bima vorrangig die Bedürfnisse des Bundes sowie des Landes im Auge hat.



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