Fr., 21.04.2017

Ärger mit Postpaketen „Geisterpakete“ im Hansaviertel

In der Filiale stapeln sich die Pakete. Oft wissen die Empfänger nicht, dass ihre Sendung längst eingetroffen ist.

In der Filiale stapeln sich die Pakete. Oft wissen die Empfänger nicht, dass ihre Sendung längst eingetroffen ist. Foto: hpe

Münster - 

Im Hansaviertel sind offenbar Pakete gar nicht erst zugestellt, sondern direkt in den Abholfilialen abgelegt worden. Eigentlich hätten Benachrichtigungszettel in den Briefkästen liegen müssen. Die Post spricht von „individuellem Fehlverhalten“.

Von Helmut Etzkorn

Die ordnungs­gemäße DHL-Paketzustellung in Privathaushalte im Hansaviertel war in den vergangenen Wochen offensichtlich sehr häufig reine Glückssache: Vermehrt gibt es bei der Post Beschwerden, weil Kunden überhaupt nicht benachrichtigt werden, wenn ihre Sendung an­gekommen ist. „DHL wirft erst gar keine Karten in den Postkasten, wenn sie niemanden antrifft“, ärgert sich Manfred Wunderlich.

Offenbar habe man auch gar nicht versucht, ihn ­direkt zu erreichen. Statt­dessen sei das Paket direkt in die Abholfiliale an der Wolbecker Straße gebracht und dort deponiert worden. „Nur durch Zufall“, so Wunderlich, habe er dann erfahren, dass sein Paket längst da sein müsste. In der DHL-Post­filiale „Internet-Cafe X“ kennt man das Problem.

Unbürokratische Hilfe

Täglich sind es mehrere Kunden, die nach ihrem Paket fahnden und keine Benachrichtigungskarte vorweisen können. Im Computer wird dann der Sendungsverlauf nachvollzogen, und in vielen Fällen ist das Paket längst da, ohne dass der Kunde zuvor eine Benachrichtigung vom Zusteller in den Postkasten gelegt bekommen hat.

Betroffen sind oft Studenten, die viel im Internet bestellen und nicht da sind, wenn die Ware ankommt. In der Abholfiliale wird versucht, den Betroffenen unbürokratisch zu helfen.

Individuelles Fehlverhalten

Wunderlich: „Wer daheim kein Internet hat und nicht selbst aktiv nachschaut, erfährt nicht, wann das erwartete Paket da sein müsste.“ Und wer nach langer Warterei auf sein Paket dann doch in die Filiale geht, kann Pech haben. Ist die Aufbewahrungsfrist überschritten, geht das Paket zurück an den Absender. Ärgerlich und teuer für alle Beteiligten.

Rainer Ernzer von der Post/DHL-Pressestelle in Düsseldorf bedauert die ­Unregelmäßigkeiten und spricht von einem „individuellen Fehlverhalten“. Man habe inzwischen nach­gesteuert und das Problem abgestellt. Ernzer: „Wir können uns nur bei den Betroffenen entschuldigen!“



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