Di., 25.04.2017

Stadion-Pläne Preußen-Präsident Strässer trifft bei der CDU auf Skepsis

So könnte der Sportpark Berg Fidel eines Tages aussehen: Möglich macht dies ein neuer Bebauungsplan, dessen Entwurf jetzt öffentlich gemacht wurde.

So könnte der Sportpark Berg Fidel eines Tages aussehen: Möglich macht dies ein neuer Bebauungsplan, dessen Entwurf jetzt öffentlich gemacht wurde. Foto: Stadt Münster/Bearbeitung: Jürgen Christ

Münster - 

Preußen-Präsident Christoph Strässer hat in der CDU-Ratsfraktion für die Neubaupläne des Vereins geworben. Aber es bleibt große Zurückhaltung.

Von Dirk Anger

Die Pressemitteilung der CDU nach dem lange erwarteten Besuch von Preußen-Präsident Christoph Strässer bei der größten Fraktion im Stadtrat lässt tief blicken: Man werde dem Bebauungsplan „Sportpark Berg Fidel“ mit der weiteren Sanierung des Preußen-Stadions zustimmen, heißt es dort eingangs.

Nach den Worten des Fraktionsvorsitzenden Stefan Weber werde man „der Verantwortung für das städtische Stadion an der Hammer Straße gerecht, für das in den vergangenen Jahren bereits rund zehn Millionen Euro städtischer Mittel aufgewendet worden sind“.

Stadion-Sanierung an der Hammer Straße

Zu den ambitionierten Neubauplänen des Fußball-Drittligisten in Sachen Stadion heißt es lediglich: Die CDU lehne das Vorhaben nicht ab, so Weber. Aber auch nach dem Gespräch gebe es nicht weniger offene Fragen. Daher sei die Sanierung des Traditionsstadions an der Hammer Straße auch im Sinne des SC Preußen, der sonst Gefahr laufe, am Ende mit leeren Händen dazustehen. „Besser Spatz in sicherer Hand als Taube auf unbekanntem Dach“, fasste Weber zusammen.

Preußen-Präsident Strässer ist es offenbar am Montag noch nicht gelungen, das Ruder herumzureißen. Die Skepsis in der CDU-Fraktion nicht zuletzt mit Blick auf das Finanzierungskonzept des Stadion-Neubaus, der privat gestemmt werden soll, scheint weiterhin groß zu sein. Auf Einladung der CDU hatte Strässer über den seit Herbst geänderten Preußen-Kurs in der Stadionfrage informiert. In CDU-Kreisen ist die Verärgerung über den „abrupten Meinungswechsel des Vereins“ längst nicht allenthalben gewichen.

Konstruktiver Dialog

Diese Einschätzung will Strässer allerdings nicht so gelten lassen: „Hat es jemals eine Äußerung des Vereins gegeben, dass Neubaupläne nicht mehr verfolgt werden?“ Er habe sie nicht finden können. Das Gespräch mit der CDU bezeichnete der Preußen-Präsident gleichwohl als „nützlich“. Man sei in einem konstruktiven Dialog, der nicht abgeschlossen sei. Strässer selbst zeigt sich weiter „optimistisch“, dass es einen anderen Standort als die Hammer Straße gebe.

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Ob sich im Falle einer erfolgreichen Standortsuche in den nächsten Monaten eine politische Mehrheit für millionenschwere städtische Investitionen für etwaigen Grundstückserwerb und Infrastruktur findet, bleibt aber fraglich. „Wir haben einen Beschluss, dass wir das Stadion an der Hammer Straße sanieren wollen“, erklärte Grünen-Fraktionschef Otto Reiners.

Die Stadt unterstütze Preußen bei der Suche nach einem Standort. „Aber ich glaube nicht, dass das klappt.“ Allein für den Grundstückserwerb rechnet Reiners mit Kosten von bis zu 20 Millionen Euro. „Ich glaube, wir haben in der Stadt drängendere Probleme als Preußen.“ Bislang gebe es auch keinen Termin für den Besuch des Preußen-Präsidenten in der Grünen-Fraktion.

Stadion-Frage: FDP schreibt Oberbürgermeister

Die FDP-Ratsfraktion bittet in einem Schreiben Oberbürgermeister Lewe, in die Potenzial-Analyse zur Standortsuche für ein neues Preußen-Stadion auch einzubeziehen, ob die zu untersuchenden Flächen als Standorte für den Wohnungsbau geeignet sind und/oder ob sie als Gewerbeflächen ausgewiesen werden können.

„Wir möchten jene 24 Standorte, von denen laut städtischer Pressemitteilung einige wenige näher ins Auge gefasst werden sollen, auch unter dem Kriterium ,als Wohn- oder Gewerbefläche geeignet‘ eingeordnet wissen“, will die FDP-Fraktionsvorsitzende Carola Möllemann-Appelhoff die Entscheidungsbasis verbreitern.

„Möglicherweise gibt es ja Areale, die für alle drei Nutzungen infrage kommen könnten“, möchten die Freien Demokraten auch auf das Sorgenkind Nummer eins – fehlendes Bauland und Wohnraumknappheit – lenken.

Münster-Barometer

Wie stehen die Münsteraner zur Debatte um die Zukunft des Preußen-Stadions und überhaupt zu „ihrem“ Verein in der Stadt? Zu diesen Themen hat eine repräsentative Auswahl von Münsteranern im aktuellen Münster-Barometer Fragen beantwortet. Die Grafiken zeigen die Meinungstrends in der Stadt:

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