Fr., 19.05.2017

Nike Wagner kommt zum Podiumsgespräch ins Theater Münster Schwierige Familienverhältnisse

Nike Wagner – hier 2013 im Theater Münster

Nike Wagner – hier 2013 im Theater Münster Foto: imago/Rüdiger Wölk

Münster - 

Es ist reiner Zufall und eher dem Terminplan des Gastes geschuldet, dennoch: Am Montag (22. Mai) dem Geburtstag Richard Wagners, stellt sich Nike Wagner aim Theater Münster den Fragen zur Bedeutung der Bayreuther Festspiele im Nationalsozialismus und zur Vergangenheitsbewältigung in der eigenen Familie nach 1945.

Es ist reiner Zufall und eher dem Terminplan des Gastes geschuldet, dennoch: Am Montag (22. Mai) dem Geburtstag Richard Wagners, stellt sich Nike Wagner (Urenkelin des Komponisten) auf Einladung des Theaters Münster im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur deutschen Nachkriegsgeschichte um 20 Uhr im Rathausfestsaal den Fragen zur Bedeutung der Bayreuther Festspiele im Nationalsozialismus und zur Vergangenheitsbewältigung in der eigenen Familie nach 1945.

Mehr als mancher andere „Erinnerungsort“ spiegelt Bayreuth die wechselvolle deutsche Geschichte und die unheilvolle Verquickung von Politik und Kunst wider. Im Nationalsozialismus wurde Bayreuth zum „Gralstempel“ des Dritten Reichs, Adolf Hitler war alljährlich umjubelter Gast auf dem „Grünen Hügel“ und galt als enger Freund von Winifred Wagner und ihrer Familie. Nach 1945 übernahmen ihre Söhne, Wieland und Wolfgang Wagner, das schwierige Erbe der ideologisch belasteten Festspiele. Sie versuchten, mit der Begründung von Neu-Bayreuth den Festspielort vom „braunem Mief“ zu befreien und durch einen neuen Inszenierungsstil die Anbindung an die künstlerische Avantgarde und das moderne Regietheater.

In dem Podiumsgespräch mit dem Musikwissenschaftler Markus Kiesel wird Nike Wagner die Verbindung der Familie Wagner zu den nationalsozialistischen Machthabern, den Umgang mit der politischen und moralischen Hypothek nach Kriegsende und die Entwicklung der Festspiele zur Werkstatt Bayreuth reflektieren. Nike Wagner arbeitete viele Jahre als Publizistin und künstlerische Leiterin des Weimarer Kunstfests, bevor sie 2014 Intendantin des Bonner Beethovenfestes wurde.

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen – vornehmlich mit ihrer Cousine Katharina Wagner – um die Leitung der Festspiele hat Nike Wagner vor wenigen Tagen ihren generellen Verzicht auf die Intendanz in Bayreuth erklärt.

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Karten sind an der Theaterkasse (' 5 90 91 00) oder an der Abendkasse im Rathaus erhältlich



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