Fr., 19.05.2017

Fahrradklima-Test 2016 des ADFC Münster bleibt fahrradfreundlichste Großstadt Deutschlands

Stärken, aber auch Schwächen des Radverkehrs in Münster benennt der Fahrradklima-Test 2016 des ADFC.

Stärken, aber auch Schwächen des Radverkehrs in Münster benennt der Fahrradklima-Test 2016 des ADFC. Foto: imago, colourbox.de

Münster - 

Die Westfalenmetropole bleibt Fahrrad-Hauptstadt Nummer eins in Deutschland: Im Fahrradklima-Test 2016, den der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und das Bundesverkehrsministerium jetzt veröffentlichten, belegt Münster zum siebten Mal in Folge die Spitzenposition in der Größenklasse der 39 deutschen Städte mit mehr als 200 000 Einwohnern. Bürgermeister Gerhard Joksch und Christian Schowe, Leiter des Stadtplanungsamtes, nahmen die Auszeichnung am Freitag in Berlin entgegen.

Von Markus Kampmann

Bundesweit waren für den Fahrradklima-Test mehr als 120 000 Radfahrer befragt worden, darunter 1711 alleine in Münster. Insgesamt heimst die Westfalenmetropole eine Gesamtnote von 3,07 nach dem Schulnotensystem ein – vor Karlsruhe mit 3,09. Der Klassen-Durchschnitt liegt bei 3,9. Für Peter Wolter trotzdem kein Grund zur Freude: „Wir haben uns ganz schön verschlechtert“, sagt der Vorsitzende des ADFC Münster: 2014 lag die Note noch bei 2,5.

Alle fahren Fahrrad

Besondere Stärken der Stadt sind laut der aktuellen Umfrage, dass alle Fahrrad fahren (Note 1,7), dass das Zentrum gut erreichbar ist (2,0) und viele Einbahnstraßen für Radler auch in die Gegenrichtung geöffnet sind (2,0). Im Vergleich zu anderen Städten werden vor allem auch der Winterdienst (2,6) und die Reinigung (2,6) auf Radwegen gelobt. Positiv schneiden zudem die Wegweisung für Radler (2,3) und das Akzeptanzgefühl als Verkehrsteilnehmer (2,9) ab.

Es gibt aber auch Schwächen: So bemängelten die Befragten vor allem die vielen Fahrraddiebstähle (5,1), gefolgt von Konflikten mit Kraftfahrzeugen (3,9) und zu schmalen Radwegen (3,8). Große Kritikpunkte im Vergleich zu anderen Städten sind die Fahrradförderung in jüngster Zeit (3,7) und Konflikte mit Fußgängern (3,6).

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Das Sicherheitsgefühl wird mit einer Note von 3,2 als mittelmäßig bewertet. Noch etwas schlechter schneiden die Ampelschaltungen für Radfahrer (3,3), Hindernisse auf Radwegen (3,3) und die Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen (3,6) ab. Auch der bauliche Zustand der Radwege (3,5) lässt für viele zu wünschen übrig. Kritisch sehen viele Befragte zudem das Fahren im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen (3,8): Hier fühlen sich viele eher bedrängt.

Mehr Spaß als Stress

Trotz aller Kritikpunkte macht den Befragten das Radfahren in Münster mehr Spaß, als dass es ihnen Stress bereitet: Note 2,8.



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