Do., 08.06.2017

Mühlenhof blickt mit besseren Zahlen optimistisch in die Zukunft Frischer Wind für Bockwindmühle

Der Vorstand um den wiedergewählten 1. Baas Georg Berding (Mitte) hat sich unter anderem mit Vertretern aus der Kommunalpolitik neu aufgestellt.

Der Vorstand um den wiedergewählten 1. Baas Georg Berding (Mitte) hat sich unter anderem mit Vertretern aus der Kommunalpolitik neu aufgestellt. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Das Freilichtmuseum Mühlenhof soll mit neuen Ideen und Projekten eine bessere Zukunft bekommen. Pläne für neue Bauten und Veranstaltungen wurden beim Müelendag 2017 vorgestellt. Optimistisch stimmen die aktuell guten Besucherzahlen. Eine Insolvenz scheint vorerst abgewendet

Von Ralf Repöhler

Zu Beginn gleich die niederschmetternde Zahl. 155 000 Euro beträgt das Defizit des Mühlenhofes im Geschäftsjahr 2016. „Der Jahresabschluss ist kaputt“, sagte Steuerberater Antonius Twehues beim Müelendag unverblümt. Eine Insolvenz, wie sie die zurückgetretenen Vorstandsmitglieder um den ehemaligen Schatzmeister Hermann Brück angesichts weiterer Belastungen und des damals noch fälligen städtischen Kredites in Höhe von weiteren 150  000 Euro gefordert hatten, wäre jetzt „das Schlechteste, was dem Hof passieren kann“, sagte der wiedergewählte 1. Baas Georg Berding. Zumal die Zahlen im laufenden Geschäftsjahr bergauf gehen und schwarz sind. „Wir hatten bis Ende Mai bereits 1000 Besucher mehr als im Vorjahreszeitraum“, sagte Berding. Steuerberater Twehues fand den Vergleich der ersten fünf Monate der Jahre 2016/2017 „erstaunlich“.

Der Müelendag, die Mitgliederversammlung des Trägervereins des Freilichtmuseums, geht den vom neuen Vorstand eingeschlagenen Weg in die ungewisse Zukunft mit. Viel Beifall gab es für die neuen Ideen und Projekte, die der 2. Baas Dr. Markus Johow vorstellte.

Ein neues Logo zur einheitlichen Vermarktung, ein neues Kassensystem und ein Online-Buchungssystem sind geplant. Das Torhäuschen bekommt mit Glaselementen einen neuen Eingangsbereich, im Inneren eröffnet ein Bauernlädchen. Der alte Speicher wird mit einem Atelier belebt, dort werden Merchandising-Produkte verkauft.

Zahlreiche neue Veranstaltungen wie ein Wikingermarkt, eine Rocknacht oder ein Puppenspieler den ganzen Sommer über sollen den Hof beleben. Dafür werden teils auch externe Partner ins Boot geholt. Für die einnahmenschwachen Wintermonate wird Marketingexperte Jens-Uwe Linke verpflichtet, der kleinteilige Veranstaltungskonzepte initiieren soll.

Auch sonst wird auf dem Mühlenhof in die Hände gespuckt. Die Verantwortlichen holen im Herbst die Axt raus und wollen die Sichtachsen zum Aasee freischlagen. „Wir wollen das Wasser sehen“, sagte Johow. Der Hof will sich öffnen.

Eine Remise auf dem Werkstoffhof und ein neues „Hüsken“ werden aufgebaut, dort sollen Touristen übernachten. Im Sandsteinhaus, wo die Hofverwaltung ist, sollen zwei Wohnungen vermietet werden.

Das Gelände soll in Richtung Stadt erweitert werden, dort soll das Feuerwehrhäuschen vom Schifffahrter Damm aufgebaut werden. Und: Der Gräftenhof benötigt eine neue Küche. Mit 140 000 Euro wird kalkuliert. „Geld, was wir noch nicht haben“, gab Johow offen zu.

Berding blickte angesichts der neuen Zahlen optimistisch in die Zukunft, auch wenn die finanzielle Situation angespannt sei. Er selbst war seit Februar in das persönliche Haftungsrisiko gegangen. Der zurückgetretene Schatzmeister Hermann Brück habe die Kosten von Januar bis März getragen, verriet Johow. 



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