So., 18.06.2017

Blindenwassersportverein feiert Stiftungsfest Trotz Sehbehinderung ins Kanu

Im „Einer“ hat Ida Hölscher Platz genommen. Im anderen Boot steuert das hintere Besatzungsmitglied. Steuern muss jemand übernehmen, der sehen kann und die Richtung vorgibt.

Im „Einer“ hat Ida Hölscher Platz genommen. Im anderen Boot steuert das hintere Besatzungsmitglied. Steuern muss jemand übernehmen, der sehen kann und die Richtung vorgibt. Foto: klm

Münster - 

Mit etwas Hilfe schafft sie es doch: Ida Hölscher sieht sehr schlecht, möchte aber im „Einer“ fahren. „Irgendjemand ist immer da, damit so etwas funktioniert“, sagt sie. Denn die Aktiven des Blindenwassersportvereins sind auf Unterstützung durch „Sehende“, wie die Vereinsvorsitzende erklärt, angewiesen. Würde Hölscher nun eine Tour über die Werse unternehmen, bräuchte sie Ansagen von einem Boot, das mitführe.

Von Klaus Möllers

Am Samstag feierte der Blindenwassersportverein sein jährliches Stiftungsfest rund um sein Bootshaus an der Werse. Genau 50 Mitglieder hat der Verein derzeit. Bis zu 15 fahren noch aktiv Boot. Die Jüngste ist 35. „Etliche Mitglieder sind schon über 70 und sogar über 80“, weiß Hölscher. Sie ist selbst schon seit 41 Jahren dabei. „Es ist wichtig, das Junge nachrücken“, meint sie.

Ein gutes Zeichen in der Hinsicht gab es laut Hölscher am vergangenen Wochenende: Sechs sehbehinderte Mädchen und Jungen der Irisschule und weiterer Schulen unternahmen mit drei Lehrern ein Boots-Training und übernachteten in Zelten. „Es hat allen gut gefallen“, so Hölscher. Beim Sommeraktionstag der Irisschule am nächsten Wochenende möchte die Vorsitzende weiter Werbung für den Sport machen.

Überhaupt hänge viel von Eigeninitiative und privater Unterstützung ab. Fürs Kaffeetrinken, Grillen und ein Lagerfeuer fassten deshalb am Samstag auch Angehörige und Freunde mit an.

Vereinsmitglied Wolfgang Schubert berichtet von einem wichtigen Schritt im vergangenen Jahr: Wegen Schäden am Sudmühlenwehr sei der Wasserpegel der Werse 2015 um etwa einen Meter abgesenkt worden. „Wir haben bei uns den Laufsteg um einen Meter verlängert, damit der Schwimmsteg zum Einsteigen weiter im Wasser ist“, berichtet er.

Die Maßnahme habe rund 2200 Euro gekostet. Zurzeit versuche der Verein, etwas Geld durch Förderung wieder reinzuholen.



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