Mo., 19.06.2017

Wrestling-Liga in der Sputnikhalle Spektakuläre Inszenierung

Spektakuläre Westrlingkämpfe erlebten die Zuschauer in der Sputnikhalle.

Spektakuläre Westrlingkämpfe erlebten die Zuschauer in der Sputnikhalle. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

In der Sputnickhalle war am Freitagabend zum zweiten Mal die größte deutsche Wrestling-Liga Westside Extreme Wrestling (WxW) zu Gast. „Wir kommen gerne nach Münster, weil das studentische Publikum für gute Stimmung sorgt“, sagt Ringsprecher Thomas Giesen.

Von Max Keldenich

Als hätte er noch nicht genug: „Da Mack“ hat vor wenigen Augenblicken seinen Kampf verloren und liegt am Boden. Schon kommen ein paar weitere Wrestler dazu und provozieren den beweglichen Athleten, der seine Haare fein geflochten hat. Doch kein geringerer als John Klinger, besser bekannt als „Bad Bones“, eilt ihm zu Hilfe. Er vertreibt die Gegner aus dem Ring und begleitet Da Mack zurück hinter die Bühne. Es ist nur eines von vielen Glanzlichtern am Freitagabend in der Sputnikhalle.

Fotostrecke: Wrestlingspektakel in der Sputnikhalle

Zur Nachahmung nicht geeignet

Mitunter wirkt es täuschend echt, wenn die Akteure aufeinander losgehen und sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmen. Doch Wrestling ist eine spektakuläre Inszenierung, die in erster Linie unterhalten will. Der Sieger eines Kampfes steht bereits im Vorfeld fest. Wer in dieser Schaukampf-Sportart etwas werden will, muss aber jahrelang intensiv trainieren. Schließlich müssen die verschiedenen Einlagen wie ein Suplex, bei dem der Gegner unter den Achseln gegriffen und dann kopfüber zu Boden geworfen wird, eingeübt werden. Zur Nachahmung sind diese Bewegungen also definitiv nicht geeignet. „Unsere Athleten zeigen sportliche Höchstleistungen“, sagt Ringsprecher Giesen.

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Ich wollte schon im Alter von vier Jahren Wrestler werden

John Klinger, hauptberuflicher Wrestler aus Deutschland

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Giesen ist seit der Gründung der Wrestling-Liga im Jahr 2000 dabei und freut sich, dass die Sportart immer besser ankommt. In den letzten zwei Jahren haben es vier Wrestler in die US-amerikanische Liga geschafft. John Klinger will diesen Sprung wohl nicht wagen. Er ist einer der wenigen hauptberuflichen Wrestler in Deutschland. Anders als seine sportlichen Widersacher, die oft andere Kampfsportarten beherrschten, ist Klinger ein Wrestler der ersten Stunde. „Ich wollte schon im Alter von vier Jahren Wrestler werden“, sagt Klinger.

Jeder Sturz im Ring ist wie ein Autounfall

Doch hat er für seinen großen Traum auch auf viele Annehmlichkeiten des Lebens verzichtet. „Ich trinke keinen Alkohol, esse nach einem strengen Plan bis zu acht Mal am Tag und gehe jeden Tag zwei Stunden ins Fitnessstudio“, erklärt der Muskelprotz. Der sympathische Sportler will der Liga noch lange erhalten bleiben, obwohl jeder Sturz im Ring einem Autounfall mit 30 Stundenkilometern entspricht. Er überlegt, vielleicht Trainer zu werden.



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