Mo., 19.06.2017

Yuko Nagamura in der Gartenakademie Aus der Welt des Hochleistungsgärtnerns

Yuko Nagamura in der Gartenakademie

Yuko Nagamura in der Gartenakademie Foto: Wolfgang A. Müller

Münster - 

Yuko Nagamura und der „verrückte Rotkohl-Guerilla-Gärtner“, wie die Japanerin Gastgeber Wilm Weppelmann scherzhaft nennt, könnten kaum unterschiedlicher sein.

Von Wolfgang A. Müller

Yuko Nagamura und der „verrückte Rotkohl-Guerilla-Gärtner“, wie die Japanerin Gastgeber Wilm Weppelmann scherzhaft nennt, könnten kaum unterschiedlicher sein. Der Münsteraner ackert im Schrebergarten, die junge Frau auf der hochkarätigen Chelsea Flower Show, wo sie jüngst im Team von James Basson eine Goldmedaille errang.

Gut aufgelegt gewährte die international aktive Garten- und Landschaftsarchitektin in der Freien Gartenakademie seltene Einblicke in die Welt des Hochleistungsgärtnerns. Ihr biografischer Vortrag stand unter dem verschmitzten Motto: „How I met Wilm“ oder „Meine gärtnerische Reise zum Rotkohl“.

Ihre Ausbildung absolvierte Nagamura in England, nachdem sie die von ihrem Berufswunsch wenig begeisterten Eltern überredet hatte. Gärtnern? Im Reich der Sonne eine Männerdomäne. In Europa lernte sie vielfältige Konzepte kennen: „Ihr Kiesgarten war revolutionär“, huldigte sie ihrer Mentorin Beth Chatto (Pionierin ökologischen Gartenbaus). Bei Luciano Giubbilei, Del Buono-Gazerwitz und Arne Maynard erfuhr sie minimalistische und modernistische Konzepte. Nach Arbeiten in Irland, Portugal und den Vereinigten Arabischen Emiraten kehrte sie nach Japan zurück, wo sie auch wegen ihrer europäischen Erfahrungen und Kontakte eine Anstellung als leitende Gärtnerin im Huis ten Bosch erhielt. Durchaus skurril: Hier handelt es sich um einen Freizeitpark, ein künstliches Holland in der Präfektur Nagasaki, von der Größe Monacos, gruppiert um einen Nachbau des niederländischen Königsschlosses. Das Klima tauge eigentlich nicht für Buchsbaum und Co., erläuterte Nagamura, und so gehe man Kompromisse bei der Bepflanzung ein.

Absolute Präzisionsarbeit sei hingegen in London bei den Chelsea Flower Shows gefordert. Unter dem Spitznamen „Ninja“ in einem illustren, eingeschworenen Frauen-Team sorgt sie für auf den Zentimeter genau platzierte Setzlinge. Weppelmann begegnete sie auf der Parallelveranstaltung, dem Chelsea Fringe, einem Gartenfestival für Otto Normal, so Nagamura: „Gärten bringen Menschen zusammen.“



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