So., 25.06.2017

Pro und Contra Doppelstöckige Fahrradständer im Hamburger Tunnel?

Pro und Contra : Doppelstöckige Fahrradständer im Hamburger Tunnel?

Foto: Günter Benning

Münster - 

Ab dem Sommer dieses Jahres sollen Fahrradständer im Hamburger Tunnel installiert werden. Ob das eine gute Idee ist?

Von Gabriele Hillmoth und Klaus Baumeister

Pro: Sonst droht das Chaos

Von Klaus Baumeister

Gewiss: Wer täglich den Hamburger Tunnel passieren muss, hat es nicht leicht. Seit Beginn der Bauarbeiten am Hauptbahnhof ist der Menschenauflauf gewaltig. Jetzt, nach dem Abschluss der Arbeiten, werden Radständer im Tunnel installiert, womit sich die zur Verfügung stehende Fläche deutlich verringert.

Trotz der damit verbundenen Unannehmlichkeiten ist diese Maßnahme der Stadt Münster richtig, denn ohne Radständer im Tunnel würde das Bahnhofsumfeld vollends im Chaos versinken. Der Grund: Bald wird auf der Ostseite des Hauptbahnhofs, am Bremer Platz, ein neues Empfangsgebäude errichtet. Während der Bauphase fallen sämtliche Fahrradständer weg. Mehr noch: Weil dann der Bahnhof nur noch über den Haupteingang erreichbar ist, werden sich sämtliche Pendlerströme (einschließlich Radpendlerströme) verlagern. Sollen die Flächen vor dem Bahnhof auch noch all die Räder aufnehmen, die bislang hinter dem Bahnhof stehen? Nein, das geht nicht.

Deshalb muss notgedrungen für eine begrenzte Zeit auch der Hamburger Tunnel herhalten.

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Contra: Das Chaos rollt an

Von Gabriele Hillmoth

Fahrradfahrer in Münster sind bequem. Sie laufen ungerne und fahren bis zu ihrem Ziel. Sprich, demnächst wieder bis vor den Haupteingang des Hauptbahnhofs. Die zweistöckigen Fahrradständer im Hamburger Tunnel werden dies nicht verhindern können und sind keine Lösung, um das Räderchaos hinter dem Hauptbahnhof verschwinden zu lassen. Wer stellt auch seine Leeze im dunklen Tunnel ab?

Sinnvoller wäre es, zunächst den um den Bahnhof stehenden Leezenschrott auszusortieren. Die Entscheidung, dass an der Rückseite des Hauptbahnhofs gebaut wird, steht auch schon lange fest. Die Radständer im Tunnel sind in dem Prozess nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Münster hat nun mal viele Fahrräder, die künftig noch mehr werden. Warum wurde nicht noch früher ein Areal im Umfeld des Bahnhofs als Abstellplatz für Leezen umgebaut? Das erfordert natürlich Weitsicht. Die Münster-Arkaden sind ein solches Beispiel für mangelnde Weitsicht. Mehr als zehn Jahre stehen die Arkaden, das Räderchaos ist geblieben. Gleiches passiert am Bahnhof: innen hui und außen pfui.

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