Sa., 01.07.2017

Studenten präsentieren Ideen So könnte der Musikcampus aussehen

Masterstudenten der Fachhochschule haben Ideen für einen Musikcampus erarbeitet. Zu sehen ist hier einer der drei Siegerentwürfe. Zwei weitere Ideen erhielten Belobigungen.

Masterstudenten der Fachhochschule haben Ideen für einen Musikcampus erarbeitet. Zu sehen ist hier einer der drei Siegerentwürfe. Zwei weitere Ideen erhielten Belobigungen. Foto: kal

Münster - 

Studierende der Fachhochschule haben Ideen für einen Musikcampus in Münster erarbeitet. Die Diskussion über das Vorhaben dürfte damit neuen Schwung bekommen.

Von Martin Kalitschke

Der mögliche Musikcampus, den die Universität und die Stadt gerne gemeinsam realisieren würden, nimmt Konturen an – zumindest optisch.

Mehrere Monate lang haben Masterstudenten des Fachbereichs Architektur der Fachhochschule Münster Ideen für einen Musikcampus entwickelt, der auf einem Grundstück an der Ecke Hittorfstraße/Einsteinstraße entstehen könnte, das sich im Besitz des Landes befindet. Die fünf besten der 25 Entwürfe wurden am Freitagabend prämiert.

Vielfältige Vorschläge

Die Ideen reichen von einem radikal gestalteten Gebäudekomplex über eine klassische Campus-Anlage bis zu einem geometrisch angesiedelten Ensemble aus drei Gebäuden. Die wichtigste Erkenntnis für Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels: „Der Wettbewerb hat gezeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, die geplanten Funktionen und das erforderliche Raumprogramm auf diesem Grundstück unterzubringen.“

Hittorfstraße - Parkplatz Hörsterstraße - Kalkmarkt

-kb- Parallel zu den Überlegungen der Universität Münster, an der Hittorfstraße einen Musik-Campus unter Beteiligung der Westfälischen Schule für Musik und der Musikhochschule zu errichten, gibt es seit einigen Jahre auch Planungen für eine privat initiierte Kultur-Investition im Bereich des Parkplatzes Hörsterstraße. Dabei geht es um eine gemeinsame Unterbringung der Musikschule mit der Volkshochschule, verbunden mit Probenräumen für das Sinfonieorchester Münster und – gegebenenfalls – einer Konzerthalle. Derzeit läuft eine Prüfung bei der Stadtverwaltung.

Weiter in der Diskussion ist auch ein „Haus der Kultur“ auf dem Kalkmarkt, angestoßen von der Initiative „Schloss – Platz – Kultur“. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel einer städtebaulichen Aufwertung des Schlossplatzes.

Also eine städtische Musikschule, die Musikhochschule der Universität Münster, ein Konferenzzentrum und ein Sinfonieorchester – insgesamt Tausende Quadratmeter Nutzfläche.

Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs ermöglichen es nun, sich das Gesicht eines Musikcampus vorzustellen – und dürften neuen Schwung in die Debatte um das Projekt bringen. Die Studenten haben nämlich nicht nur Pläne, sondern auch realistische Visualisierungen erarbeitet.

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Vor neun Monaten, im September 2016, hatten die damalige Uni-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles, der heutige Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels und Oberbürgermeister Markus Lewe eine gemeinsame Absichtserklärung für ein solches Projekt unterschrieben. Dabei machten sie sich für eine gemeinsame Projektgruppe stark, die das Vorhaben voran treiben soll. Mit dem Wettbewerb ist der Musikcampus nun in die öffentliche Diskussion zurückgekehrt. „Wir sind“, sagt Wessels, „einen Schritt weiter.“

Ob und wann der Campus realisiert wird, ist allerdings derzeit noch ungewiss. Die studentischen Ideen sollen einen ersten Eindruck vermitteln, wie er aussehen könnte – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Regierungswechsel sorgt für Unsicherheit

Kostenrechnungen gibt es laut Wessels noch nicht, zudem sorgt der Regierungswechsel in Düsseldorf für Unsicherheit. „Wir wissen nicht, wie universitäres Bauen unter der neuen Landesregierung in Zukunft aussehen wird“, betont der Uni-Rektor, der sich daher auch nicht auf eine Zeitschiene für eine Realisierung des ambitionierten Vorhabens festlegen wird. „Von uns aus könnte es sofort losgehen, doch es müssen noch viele Akteure gewonnen werden“, stellt Wessels klar. Und so ist der studentische Wettbewerb für ihn vor allem ein „Zwischenstand“.



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