Do., 06.07.2017

Standortsuche für Preußen-Stadion Beste Noten für Stadthafen-Fläche

Standortsuche für Preußen-Stadion : Beste Noten für Stadthafen-Fläche

Wo wird Preußen Münster in Zukunft seine Heimspiele austragen? Diese Frage treibt Verein und Stadt seit langer Zeit um. Foto: Ansgar Griebel

Münster - 

Drei denkbare Standorte für einen Stadion-Neubau in Münster und ganz viele Zahlen: Die besten Karten scheint die Fläche am Stadthafen zu haben. Jetzt überlegen die Verantwortlichen von Preußen Münster, wie es weitergehen soll.

Von Dirk Anger

Sollte es in den kommenden Jahren in Münster überhaupt einen Stadion-Neubau geben, kommen dafür nach Einschätzung der Stadt drei Standorte ernsthaft infrage: Jetzt liegen detaillierte Zahlen für die Flächen am Stadthafen 2, im Bereich Steinfurter Straße/Wasserweg und am Hansa-Business-Park in Amelsbüren auf dem Tisch.

Wie berichtet, will Fußball-Drittligist Preußen Münster von der Stadt gerne zeitnah ein Grundstück pachten, um auf diesem dann ein privat finanziertes, bundesligataugliche Stadion für 40.000 Zuschauer zu bauen. Dabei soll die Stadt nach Vorstellung des Vereins die Infrastruktur für Zuwegung, Parkplätze etc. rund um die neue Arena finanzieren.

Standort Stadthafen mit Bestnoten

Nach Informationen unserer Zeitung hat das Gelände am Stadthafen 2 im Rahmen der von der Stadtverwaltung durchgeführten Potenzialanalyse die beste Bewertung aller insgesamt 24 untersuchten Standorte. Die Fläche umfasst das Oktoberfestgelände und den Bereich der Kulturszene am Hawerkamp, was durchaus als problematisch gelten könnte. Das Areal liegt übrigens gegenüber dem ursprünglich einmal ins Spiel gebrachten Stadion-Standort Nieberding­straße.

Die Kosten für die Schaffung der Infrastruktur am Stadthafen 2 beziffern die städtischen Planer mit 34,6 Millionen Euro; dabei würde die offenbar notwendige Verfüllung des Hafenbeckens mit 1,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Der Bodenwert des weitestgehend in städtischer Hand befindlichen Grundstücks am Stadthafen wird auf 22,1 Millionen Euro beziffert.

Steinfurter Straße und Hansa-Business-Park deutlich teurer

Für den Bereich Steinfurter Straße/Wasserweg, wo unlängst eine Wohnbebauung ins Spiel gebracht wurde, hat die Stadt 45,3 Millionen Euro veranschlagt (plus 5,6 Millionen Euro für das Grundstück). In Amelsbüren beim Hansa-Business-Park liegen die Kosten für die Infrastruktur bei bis zu 49 Millionen Euro (plus bis zu 3,3 Millionen Euro Grundstück).

Vor allem wegen der je nach Standort unterschiedlichen Zahl an noch zu bauenden Parkplätzen unterscheiden sich die Kosten deutlich. Am Stadthafen 2 geht man von 4800 zusätzlichen Parkplätzen aus (Kosten: 21,9 Millionen Euro), in den Stadtrandlagen Steinfurter Straße (7840 Stellplätze/32,3 Millionen Euro) und Hansa-Business-Park (8940 Stellplätze/36,9 Millionen Euro) ist es deutlich teurer.

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Vorteile der Stadthafenfläche 

Größter Vorteil des Stadthafens 2: Die Fläche steht fast komplett im Eigentum der Stadt. Allerdings wäre an dieser Stelle wegen der Grundstücksgröße nur der Bau eines Fußballstadions möglich. Wegen der Innenstadtnähe gehen die städtischen Planer von vielen Bus- und Radnutzern aus. Außerdem gebe es im Umfeld der Halle Münsterland bereits einige Parkplätze.

Die nahe Umgehungsstraße gilt ebenso als Standortvorteil wie nur geringe Ausgleichsflächen wegen bereits vorhandener Flächenversiegelung. Allerdings kommt das Areal mittelfristig auch für eine Gewerbe- und Dienstleistungsnutzung in Betracht.

Auswertung der städtischen Potenzialanalyse

Für ein Stadion-Projekt nahe dem Hansa-Business-Park wäre wegen des erforderlichen Straßenausbaus mit langen Vorlaufzeiten zu rechnen, wie zu hören ist. Außerdem gilt das Areal langfristig als Erweiterungsoption für das Gewerbe- und Industriegebiet.

Wie es bei der Suche nach einem neuen Stadion-Standort in Münster nun weitergeht, dürfte auch davon abhängen, zu welchem Schluss die Verantwortlichen von Preußen Münster kommen. Sie wollen sich nach Auswertung der städtischen Potenzialanalyse erneut mit Vertretern der Stadt an einen Tisch setzen.

In der schwarz-grünen Rathausmehrheit dürften millionenschwere Ausgaben rund um ein privat finanziertes Stadion ohnehin schon am Widerstand der Grünen scheitern. Allerdings ist auch im Lager der CDU die Zurückhaltung groß, Millionbeträge zu verbauen.

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