Mi., 19.07.2017

Kunstaktion aus Protest Galerist gesteht: „Ich verhüllte das LWL-Logo“

Am frühen Morgen des 10. Juni wurde das LWL-Logo im Piene-Kunstwerk am Landesmuseum verhüllt. Galerist Thomas Goeken mietete für die Aktion eigens einen Hubsteiger an.

Am frühen Morgen des 10. Juni wurde das LWL-Logo im Piene-Kunstwerk am Landesmuseum verhüllt. Galerist Thomas Goeken mietete für die Aktion eigens einen Hubsteiger an. Foto: Jan Enste

Münster - 

Über das LWL-Logo an der Fassade des Landesmuseums regt sich die Kunstwelt seit Jahren auf. Am Eröffnungstag der Skulptur-Projekte war das Logo von einer Kunst-Guerilla verhängt worden. Nun bekennt sich der Chef-Aktivist zur Tat.

Von Martin Kalitschke

Die Hintergründe der Guerilla-Aktion am Landesmuseum sind aufgeklärt: Der münsterische Galerist Thomas Goeken steckt hinter der Verhüllung des mitten ins Otto-Piene-Kunstwerk gesetzten LWL-Logos. „Ja, ich war es“, bestätigte er am Dienstag gegenüber unserer Zeitung. Damit habe er darauf aufmerksam machen wollen, dass das Logo des Landschaftsverbandes nichts in Pienes Fassaden-Kunstwerk zu suchen habe, so Goeken.

Ein Video, das der münsterische Künstler Jan Enste jetzt im Internet veröffentlicht hat, zeigt, was am frühen Morgen des 10. Juni vor sich ging – einem Samstag, an dem die internationale Kunstwelt nach Münster pilgerte, um bei der Eröffnung der Skulptur-Projekte dabei zu sein.

Video zeigt Verhüllung

Enste bekam kurz vor der Aktion einen Tipp, krabbelte aus dem Bett, fuhr zum Museum und filmte die – wie er sagt – „sympathische Aktion“: „Es ist einfach unglaublich, dass das Logo mitten im Kunstwerk angebracht wurde“, schimpft Enste. Seit 2014 prangt es an der Fassade – trotz bundesweiter Kritik.

Zurück zum 10. Juni: „Gegen 5.30 Uhr fuhren wir mit einem Hubsteiger vor“, berichtet Goeken. Mit einer weiteren Person ließ sich der Galerist zum Logo hochfahren, verhüllte es mit einer Jersey-Stoffplane, fuhr wieder runter und düste davon. Keine fünf Minuten habe alles gedauert. Den Hubsteiger hatte er eigens angemietet – was nicht billig gewesen sei –, die Stoffplane ließ er von einer Schneiderin maßgenau anfertigen.

Weitere Aktionen geplant

„Ich bin halt ein Mann der Tat“, begründet Goeken seine Aktion, für die er zuvor Rat bei einem Rechtsanwalt eingeholt hatte. „Eine Kunstaktion, da kann kein Mensch was gegen haben“, habe dieser gesagt – womit für Goeken klar war, dass er seinen Plan durchziehen wird. „Das Logo gehört da einfach nicht hin“, ist er überzeugt.

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Goeken zitiert Skulptur-Projekte-Chef Kasper König, auch der habe gesagt, „dass das Logo Mist sei“. Dennoch hängt es nach wie vor, seit mittlerweile drei Jahren – dabei, so hat Goeken gehört, könnte es leicht gegen die im Magazin des Museums gelagerten fehlenden Kugeln ausgetauscht werden. Doch bislang rührt sich der LWL nicht. Für Goeken ist der Fall jedenfalls noch nicht erledigt: „Wir haben bereits andere Aktionen in petto, warten Sie es ab“, sagt er.

Fotostrecke: Skulptur-Projekte: Alle Künstler - alle Werke



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