Mi., 02.08.2017

SPD zum Stadion „Chance für Preußen und die Stadt“

Die SPD regt an, dass der SC Preußen Münster den Stadion-Standort Hammer Straße aufgibt. Auf dem Grundstück sollen nach dem Wunsch der Partei rund 4000 Wohneinheiten entstehen,

Die SPD regt an, dass der SC Preußen Münster den Stadion-Standort Hammer Straße aufgibt. Auf dem Grundstück sollen nach dem Wunsch der Partei rund 4000 Wohneinheiten entstehen, Foto: Oliver Werner

Münster - 

Die SPD glaubt, dass ein neues Preußen-Stadion für weniger Geld zu haben ist als von der Verwaltung ausgerechnet. So meint Fraktionschef Jung, dass es auch deutlich weniger Pkw-Stellplätze täten.

Von Martin Kalitschke

Genau ein Monat ist vergangen, seit die Verwaltung die Ratsfraktionen über die möglichen Kosten eines Stadion-Neubaus an den Standorten Stadthafen 2, Steinfurter Straße und Hansa-Business-Park informierte. Ein Großteil der Politiker verschwand danach in die Sommerferien.

Schwere Vorwürfe

Anders SPD-Fraktionschef Michael Jung: Er machte sich daran, die Angaben der Verwaltung zu überprüfen. Am Mittwoch präsentierte er das Ergebnis seiner Berechnungen. Ergebnis: Ein Stadion-Neubau wäre für deutlich weniger Geld zu haben. Gegen die Verwaltung erhebt er nun schwere Vorwürfe.

Zahl der Stellplätze fraglich

Zwischen 4800 und 8960 Pkw-Stellplätze sind laut Stadt an den drei Standorten erforderlich, Kostenpunkt: zwischen 22 und 37 Millionen Euro. Jung hat daraufhin nach einem von der Größe her vergleichbaren Stadionprojekt in einer anderen Stadt gesucht – und ist in Duisburg fündig geworden. „Dort waren nach gleichem Planungsrecht lediglich 2500 Stellplätze erforderlich“, sagt Jung. Er glaubt, dass die Stadt Münster die Zahl der Stellplätze absichtlich hoch angesetzt hat, um die Kosten für einen Neubau in Höhe zu treiben.

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Ich glaube, dass es nicht den Wunsch gibt, ein neues Stadion zu realisieren.

Michael Jung

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Warum soll sie das gemacht haben? Michael Jung ist der Ansicht, dass die Verwaltung mit ihrer Studie Argumente gegen einen Stadion-Neubau liefern will – den nach seiner Einschätzung die Ratsmehrheit ebenfalls nicht will. „Ich glaube“, fasst Jung zusammen, „dass es nicht den Wunsch gibt, ein neues Stadion zu realisieren.“

Stadthafen 2 die beste Lösung

Weiteres Ergebnis der Berechnungen von Michael Jung: „Aus wirtschaftlicher Sicht wäre ein Neubau im Stadthafen 2 die beste Lösung.“ Würde der SC Preußen den Standort Hammer Straße komplett räumen, dann müssten zwar Grundstück und bauliche Einrichtungen (Tribüne) mit 8,3 Millionen Euro abgeschrieben werden. Zugleich könnte beim Verkauf des freigezogenen Grundstücks aber ein Erlös von 42 Millionen Euro erzielt werden.

42 Millionen minus 8,3 Millionen macht 33,7 Millionen – „mit diesem Geld könnten wir die Infrastruktur am neuen Standort finanzieren“, sagt Jung. Genauer: am Standort Stadthafen 2, wo Investitionen von exakt 33,7 Millionen Euro erforderlich seien. „Wir bekämen damit kostenneutral ein neues Stadion und ein neues Wohngebiet mit 4000 Einheiten“, betont er. Diese Lösung sei „eine große Chance für die Preußen, die Stadt und den Wohnbau“. Nebenbei: Bei diesen Zahlen hat Jung nach eigenen Angaben die von der Stadt vorgegebenen Stellplatz-Zahlen berücksichtigt.

Planungssicherheit für SC Preußen

Das sieht SPD-Ratsherr Philipp Hagemann ähnlich. Der sportpolitische Sprecher seiner Fraktion fordert, dass die Politik auf die neuen Berechnungen der SPD reagieren müsse, damit der SC Preußen endlich Planungssicherheit bekommt. „Anderenfalls könnte es passieren, dass sich der Verein einen Standort außerhalb der Stadt sucht. Und das wäre für Münster ein Armutszeugnis und peinlich“, ist Hagemann überzeugt.

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