So., 13.08.2017

Pro & Contra Skulpturen-Projekte mit dem Fahrrad erkunden

Pro & Contra : Skulpturen-Projekte mit dem Fahrrad erkunden

Hunderte Fahrräder werden jeden Tag ausgegeben. Foto: Matthias Ahlke

Das Fahrrad ist der bequemste Weg zur Kunst – doch nicht jeder Tourist ist auch ein sicherer Radfahrer. Wären da nicht warnende Hinweise angebracht?

Von Lukas Speckmann, Martin Kalitschke

Pro: Zu Fuß geht’s auch

Über Münsters Titel „Fahrradhauptstadt“ lässt sich streiten. Tatsache ist: In dieser Stadt wird viel Fahrrad gefahren – und innerhalb des Rings (und noch ein gutes Stück außerhalb) ist es mit Sicherheit die effektivste Art der Fortbewegung. Doch wer arglos dafür wirbt, Zehntausende kunstbegeisterte Nicht-Radler aus aller Welt auf den Sattel zu bringen, überschätzt die münsterische Infrastruktur und die Geduld der übrigen Verkehrsteilnehmer.

Kritische Situationen vor allem rund um die Promenade erlebt man mittlerweile täglich; erstaunlich, dass bislang nichts Schlimmes passiert ist. An Verleih-Stationen lässt sich beobachten, wie sich Touristen aufs Fahrrad schwingen, die das erkennbar im Leben noch nie getan haben; aber offenbar ist niemand verpflichtet, diesen Menschen mitzuteilen, dass sie es – auch in ihrem eigenen Interesse – besser lassen sollten.

Insofern wären vielleicht mehrsprachige Info-Blätter, Fahrrad-Einweiser und Verkehrsberater von Polizei oder ADFC an Ort und Stelle hilfreich. Und sei es nur für den freundlichen Hinweis, dass man in Münster auch gut zu Fuß gehen kann.

Lukas Speckmann

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Contra: Lasst sie fahren!

Tausende Kunstbegeisterte radeln durch Münster, um die Skulptur-Projekte zu bewundern – und es hat noch keinen Unfall gegeben. Diese Tatsache allein reicht aus, um beim Ruf nach regulierenden Eingriffen abzuwinken. Sicher, nicht jeder Besucher, der nach Münster kommt, hat sein halbes Leben auf dem Rad verbracht – und kaum ein Kunsttourist dürfte zuvor so viele Radfahrer auf einen Schlag gesehen haben.

Dass sich solche Besucher dennoch auf die Leeze wagen, verdient zunächst einmal Respekt: Ganz schön mutig! An dem, was danach geschieht, sollten sich nicht wenige Münsteraner ein Beispiel nehmen: Zwischen den Skulpturen-Schauplätzen sind nicht irre Rad-Raser unterwegs, für die Rot nicht mehr als eine Farbe ist – sondern vorsichtige Radler, die genau wissen, was sie sich und ihrer Umgebung zumuten können.

Daher: Lasst sie fahren, die Kunst-Besucher aus aller Welt! Ihnen die Fähigkeit abzusprechen, sich auf zwei Rädern bewegen zu können, wäre überheblich und hätte mit Gastfreundschaft nicht mehr viel zu tun. Insofern: Gut, dass so viele Skulpturen-Fans eine Leeze mieten.

Martin Kalitschke

Fotostrecke: „Skulptur Projekte by bike“: Mit dem Fahrrad zur Kunst



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