Do., 17.08.2017

Schutz gegen Terroranschläge Stadt will die Anti-Terror-Poller

An den neuralgischen Punkten zu Domplatz, Einkaufsstraßen und Schlossplatz werden die Poller gesetzt.

An den neuralgischen Punkten zu Domplatz, Einkaufsstraßen und Schlossplatz werden die Poller gesetzt. Foto: Imago/Grafik Jürgen Christ

Münster - 

Um besser gegen Amokfahrten von Attentätern gewappnet zu sein, will die Stadt an Dom- und Schlossplatz sowie den Zufahrten zur Innenstadt versenkbare Poller installieren. Die LKW-Sperren sollen bei Großveranstaltungen wie Weihnachtsmarkt oder Cityfest ausgefahren werden.

Von Helmut P. Etzkorn

Seit den terroristischen Amokfahrten ist es die blanke Horrorvorstellung für jeden, der in Münster eine Großveranstaltung unter freiem Himmel organisieren will und über das Sicherheitskonzept nachdenken muss: Ein Lastwagen rast in die Menge der feiernden Menschen und richtet unvorstellbares Leid an. Weil niemand sicher sein kann, wo und wann es wieder passieren wird, rüsten die Städte sicherheitstechnisch auf. Münster setzt als eine der ersten Städte Deutschlands auf eine Strategie, die auf quer gestellte Lastwagen, Absetzmulden oder andere Hindernisse verzichtet.

In einigen Jahren soll es an allen wichtigen Zufahrtsstraßen zur City elektronisch versenkbare Stahlpoller geben, die als temporäre Fahrzeugblockaden bei Groß­veranstaltungen aus dem Boden gefahren werden können.

Poller-Premiere beim Katholikentag

Den Anfang macht der Schlossplatz. Dort findet im Mai 2018 der 101. Deutsche Katholikentag statt, das Areal ist zentraler Ort vieler Großveranstaltungen. „Es ist der besondere Wunsch unseres Oberbürgermeisters Markus Lewe, bis zu diesem Großereignis die ersten Poller installiert zu haben“, so Martin Schulze-Werner, Leiter des Ordnungsamtes. Insgesamt sind dort vier Poller vorgesehen. Quasi als „Pilotprojekt für den Rest der Stadt“, so Schulze-Werner. Er spricht von einer „städtebaulich ansprechenden Lösung“.

In Abstimmung mit der Polizei wurden 13 Standorte für versenkbare Poller festgelegt. Sie sollen besonders den Domplatz und die ­innerstädtischen Einkaufsstraßen inklusive Prinzipalmarkt schützen. Dort finden zentrale Events wie Stadtfest, Karnevalsveranstaltungen, Hansemahl und Kundgebungen statt. Die mobilen Durchfahrtssperren haben laut Schulze-Werner noch einen zweiten Vorteil: Man kann den Lieferverkehr außerhalb der festgelegten Zeiten besser in den Griff ­bekommen.

 

Fotostrecke: Vorstellung der Plakate für den Katholikentag 2018

 

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Steuerung durch Leitstelle

Es wird nicht, wie in einigen Städten üblich, Transponder oder Funkfernsteuerungen für Rettungsfahrzeuge, Feuerwehr oder Stadtbusse geben. „Das wäre zu teuer, weil wir bald 1000 Geräte bräuchten“, so Schulze-Werner. Stattdessen wird es eine Videoüberwachung der möglichen Sperrstellen geben, gesteuert aus der rund um die Uhr besetzten Leitstelle der Westfälischen Bauindustrie (WBI). In aller Regel seien die Poller ohnehin im Boden und quasi unsichtbar.

Die Sperren kosten pro Stück rund 20 000 Euro inklusive Einbau. Finanziert werden sollen sie von der WBI, die Stadt zahlt Mietzins an ihre Tochter. „Auf Dauer rechnet sich das“, so Schulze-Werner. Allein für die Anmietung von Reisebussen, die an den letzten Tagen des Weihnachtsmarktes 2016 quer zu den Straßen gestellt wurden, musste die Stadt 8000 Euro zahlen.

Um das Thema „Sicherheit für Großveranstaltungen“ wird es auch Ende August bei einem Treffen zwischen Polizeipräsident Hajo Kulisch und Lewe gehen. Das Thema „Poller“ wird ebenfalls auf der Tagesordnung stehen.

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