Fr., 18.08.2017

Ein Jahr nach der JVA-Evakuierung Wieder mehr Gefangene an der Gartenstraße

Der Flügel B (rechts) wird zurzeit saniert. Ende des Jahres sollen hier erneut Häftlinge einziehen.

Der Flügel B (rechts) wird zurzeit saniert. Ende des Jahres sollen hier erneut Häftlinge einziehen. Foto: kal

Münster - 

Die Zahl der Insassen in der vor einem Jahr evakuierten Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße nimmt wieder zu. Das geht aus einer Statistik des Landes hervor.

Von Martin Kalitschke

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Gartenstraße sind aktuell 58 Straf- sowie 21 Untersuchungsgefangene untergebracht. Das hat das Düsseldorfer Justizministerium auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Vor einem Jahr, unmittelbar nach der Räumung des als teilweise einsturzgefährdet geltenden Gefängnisses, saßen dort lediglich 55 Gefangene ein, vor der Räumung waren es mehr als 500. Diese wurden in der Folge auf andere Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen verlegt.

Fotostrecke: Das Gefängnis in Münster wird geräumt

Platz für 220 Häftlinge

Zum Jahresende werden weitere Häftlinge in die JVA zurückkehren. Das Land baut derzeit den seit Sommer 2017 leer stehenden Flügel B um, sodass er künftig wieder genutzt werden kann. Mit dessen Wiederinbetriebnahme werden dann bis zu 220 Personen an der Gartenstraße einsitzen. Die Frage, wie es mit den weiteren, derzeit gesperrten Gebäudebereichen weitergeht, ist derzeit noch ungeklärt. Auch zum möglichen Standort eines Neubaus gibt es keine aktuellen Entwicklungen.

Mehr zum Thema

JVA Münster:  Gefängnis wird umgebaut - Flügel reaktiviert [13.04.2017]

Justizministerium zur JVA-Entscheidung:  „Laer war nie ein Top-Standort“ [13.05.2017]

JVA-Räumung im Überblick:  468 Häftlinge haben Münster verlassen []

Fotostrecke: So sieht es in dem geräumten Gefängnis aus

Zahl der Strafgefangenen landesweit konstant

Landesweit saßen mit Stichtag Ende März knapp 13 000 Gefangene in den Justizvollzugsanstalten – und damit in etwa genau so viele wie ein Jahr zuvor, berichtet IT NRW. Davon verbüßten knapp 1100 Personen eine Jugendstrafe. Mehr als ein Viertel der verurteilten Strafgefangenen befand sich im offenen Vollzug, der Ausländeranteil der Häftlinge lag bei 30,9 Prozent – ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter den 13 000 Gefangenen waren lediglich 792 Frauen, was einem Anteil von 6,7 Prozent entspricht.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5084493?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F