Fr., 08.09.2017

Wohnungsmarkt in Hochschulstädten Leichtere Zimmersuche für Studenten

 Die Preise für ein WG-Zimmer in Münster liegen unter dem Bundesdurchschnitt. Überdurchschnittlich viele Studierende wohnen in Münster in einem Studentenwohnheim.

  Die Preise für ein WG-Zimmer in Münster liegen unter dem Bundesdurchschnitt. Überdurchschnittlich viele Studierende wohnen in Münster in einem Studentenwohnheim. Foto: colourbox

Münster - 

Für alle angehenden Studenten, die nun möglicherweise einigermaßen verzweifelt in Münster ein Zimmer suchen, mag es ein schwacher Trost sein. Aber: In vielen anderen deutschen Städten ist der Wohnungsmarkt deutlich angespannter als in Münster.

Von Karin Völker

Beim Ranking unter 93 Hochschulstädten in puncto angespannter Wohnungsmarkt landet Münster nach einer jährlich durchgeführten Analyse des Moses-Mendelssohn-Instituts für Gesellschaftsforschung aktuell auf Platz 26. Im vergangenen Jahr stand Münster noch auf Platz 17 unter den Hochschulstädten mit mehr als 5000 Studierenden.

Der durchschnittliche Preis für ein WG-Zimmer ist mit 353 Euro zwar gegenüber 2016 um vier Euro angestiegen, woanders aber wird deutlich mehr verlangt. In München, der in Deutschland in Sachen Wohnungsmarkt für Studierende teuersten Stadt, kostet ein WG-Zimmer durchschnittlich 570 Euro. In den zehn Städten mit dem höchsten „Anspannungsindex“ liegt der Durchschnittspreis bei 434 Euro Monatsmiete.

Münster wächst weniger schnell als vorhergesagt

Die Analysen des Instituts in den früheren Jahren bescheinigten dem studentischen Wohnungsmarkt in Münster eine deutlich schwierigere Situation. So stand die Stadt im Jahr 2013, als der doppelte Abiturjahrgang an die Hochschulen drängte, auf Platz zwölf des bundesweiten Rankings.

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Mögliche Ursachen für die vom Moses-Mendelssohn-Institut registrierte Entspannung sind verschiedene Faktoren. Zum einen wächst Münster nach der aktuellen Erhebung vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung weniger schnell, als in den Jahren davor vorhergesagt. Auch geben Studierende nach der aktuellen Erhebung des Deutschen Studierendenwerks etwas weniger für das Wohnen aus als zuvor. Außerdem ist der Anteil der ausländischen Studierenden in Münster unterdurchschnittlich. Viele ausländische Studierende sorgen nach Einschätzung des Instituts immer für einen hohen Druck auf dem Wohnungsmarkt.

Überdurchschnittliche viele Studierende wohnen im Wohnheim

Entspannung signalisiert auch der Anteil der Studierenden, die einen Platz in einem Wohnheim finden – und der liegt in Münster mit 14,7 Prozent deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (9,7 Prozent). Neue Wohnheim-Plätze sind zwar in den vergangenen Jahren nicht hinzugekommen, aber die Analyse berücksichtigt auch die Entwicklung der Zahl von Einzimmer-Wohnungen insgesamt auf dem Markt – hier gab es in Münster jüngst Investoren, die Appartement-Häuser errichtet haben.

Die Städte mit dem schwierigsten Wohnungsmarkt für Studenten sind in der Studie nach München Hamburg und Frankfurt/Main. In Cottbus ist es am leichtesten, ein Zimmer als Student zu finden. Das Institut hat für die Untersuchung die Einwohnermeldestatistik, die Studentenzahlen, die Zahl der Studienanfänger, die lokale Altersstatistik, den jährlichen Zuzug junger Menschen zwischen 18 und 29 Jahren und die Immobilienpreise analysiert.



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