Fr., 08.09.2017

Stadion-Pläne Preußen-Adler zeigt Krallen in der Stadionfrage

Bei der Frage nach dem künftigen Spielort für den SC Preußen gibt es unterschiedliche Ansichten.

Bei der Frage nach dem künftigen Spielort für den SC Preußen gibt es unterschiedliche Ansichten. Foto: Dirk Anger

Münster - 

Fußball-Drittligist Preußen Münster hat dem Oberbürgermeister einen Brief geschrieben. Es geht um die Neubau-Pläne.

Von Dirk Anger

In der monatelangen Diskussion über einen möglichen Stadion-Neubau drängt Fußball-Drittligist SC Preußen Münster auf eine Entscheidung des Rats noch im September, ob es zu einer vertiefenden Prüfung kommt. „Ein längeres Zuwarten ist weder für uns als Verein, noch für unsere Mitglieder und die Fans des SC Preußen zumutbar“, erklären Preußen-Präsident Christoph Strässer und Aufsichtsratschef Frank Westermann nach Informationen unserer Zeitung in einem aktuellen Schreiben an Oberbürgermeister Markus Lewe und die Spitzen der Ratsfraktionen.

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Preußen zweifeln Parkplatz-Berechnungen der Stadt an

Zugleich ziehen die Preußen-Verantwortlichen die Stellplatz-Berechnungen der städtischen Planer für einen möglichen Stadion-Neubau in Zweifel: Diese hatten für die in Betracht kommenden Standorte Steinfurter Straße, Hansa-Business-Park und Stadthafen 2 einen deutlich höheren Parkplatzbedarf ausgewiesen, als aus Sicht des Vereins erforderlich ist. Dies hätte weitaus höhere Kosten zur Folge.

Nach Einschätzung des SC Preußen und einem spezialisierten Planungsbüro sind für ein im Endausbau 40 000 Zuschauer fassendes Stadion maximal 4000 Stellplätze erforderlich – und die müssten nicht alle unmittelbar auf dem Stadiongelände liegen, sondern könnten auch mit Shuttle-Bussen verknüpft werden wie anderen Bundesliga-Stadien.

Investitionskosten laut SCP zu hoch gegriffen

Auch bei den Investitionskosten, die im Fall eines privat finanzierten Stadion-Neubaus auf die Stadt zu­kämen, hält der Verein die Zahlen für zu hoch gegriffen. Offenbar geht man beim SCP davon aus, dass in der städtischen Berechnung im Falle eines Umzugs die Grundstücksvermarktung an der Hammer Straße nicht eingerechnet worden ist. Im Umkehrschluss gehen die Preußen an den drei möglichen Standorten von Infrastrukturkosten zwischen 10,4 bis 34 Millionen Euro für die Stadt aus. Die höchste Kapitalbindung für den städtischen Haushalt beziffert der Verein indes mit 45 Millionen Euro bei Sanierung und Ausbau der Hammer Straße.

Keine großen Hoffnungen mehr

Allerdings hegen die SCP-Verantwortlichen keine allzu große Hoffnung mehr, dass die Ratsmehrheit aus CDU und Grünen den Weg für die weitere Prüfung der Stadion-Standorte freimacht: Nach Information des Vereins ­bereitet die Ratsmehrheit einen Antrag vor, in dem „ausschließlich auf eine Sanierung des Stadions an der Hammer Straße abgezielt wird. In dem Wissen, dass mit diesem Vorstoß Neubaupläne in Münster tot wären, zeigt sich der Verein gleichwohl gesprächsbereit, um der Stadt die über den Sommer ermittelten Daten zu erläutern. 

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