Mi., 13.09.2017

Lungentag im Clemenshospital Beim Funktionstest tief durchatmen

Lungenfunktionstest:  Max Tennhoff hat eine Lungenentzündung überstanden. Dr. Andreas Gröschel (r.) und Prof. Dr. Michael Feindt informieren am Samstag über das Spektrum der Lungenerkrankungen und ihre Behandlung.

Lungenfunktionstest:  Max Tennhoff hat eine Lungenentzündung überstanden. Dr. Andreas Gröschel (r.) und Prof. Dr. Michael Feindt informieren am Samstag über das Spektrum der Lungenerkrankungen und ihre Behandlung. Foto: Michael Bührke

Münster - 

Das Clemenshospital lädt am Samstag zu einem Infotag rund um Lungenerkrankungen ein.

Von Martina Döbbe

Bitte einmal kräftig pusten! Die freundliche Aufforderung kommt nicht von einem Herrn in blauer Uniform, sondern dieses Mal von Menschen im weißen Kittel – sie laden ein zum Lungenfunktionstest. Wer aber am Samstag nicht beim Lungen-Informationstag im LWL-Museum dabei sein kann, der hat auch zu Hause die Möglichkeit, sein Lungenvolumen zu prüfen: „Schaffen Sie es, eine Kerze aus einem Meter Entfernung auszublasen, dann ist das super“, erläutert Dr. Andreas Gröschel. Der Chefarzt der Pneumologie am Clemenshospital eröffnet um 9.30 Uhr die Runde, in der sich alles um die Lunge und ihr Wohlbefinden dreht.

Lungenentzündung, Lungenkrebs, COPD, Asthma und Schnarchen – es gibt viele Bereiche, in denen das Organ eine zentrale Rolle spielt. Was ist zu tun, wenn die Lunge nicht reibungslos funktioniert?

Ein Beispiel, wie schnell das geht, ist Max Tennhoff. Am Anfang war es nur eine Erkältung, wenig später eine Lungenentzündung, die den 52-Jährigen knapp drei Wochen zum Patienten im Clemenshospital macht. Dabei hat die Hochphase der Lungenentzündungen noch gar nicht begonnen – Spätherbst und Winter sind Zeiten, in denen sie Menschen häufig erwischt. Allein 700 000 Patienten behandeln Mediziner deutschlandweit jährlich mit der Diagnose Lungenentzündung: „Zehn Prozent der Betroffenen sterben“, unterstreicht Dr. Gröschel, wie ernst das Thema ist.

Ebenso ernst wird es beim Thema Lungenkrebs. 50 000 bis 60 000 Neuerkrankungen, 46 000 Todesfälle pro Jahr: „Besorgniserregend“, findet Prof. Dr. Peter Feindt diese Zahlen. Der Chefarzt der Thoraxchirurgie am Clemenshospital weist daraufhin, dass eben oft erst im späten Stadium ein Lungenkrebs erkannt wird: „Er macht vorher keine Schmerzen.“ Beim Lungentag am Samstag wird der Mediziner über Früherkennung und Screening beim Lungenkrebs sprechen. Dass bei den Risikofaktoren das Thema „Rauchen“ und „Raucherentwöhnung“ zur Sprache kommt, kündigt er dabei gleich vorweg an.

Max Tennhoff hat seine Lungenentzündung gut überstanden, ist quasi schon auf dem Weg nach Hause. Muss er künftig sein Leben ändern? Für eine Schutzimpfung gegen Lungenentzündung ist er jedenfalls noch viel zu jung, attestiert Dr. Gröschel dem 52-Jährigen. Für Ältere sei sie aber ratsam. Ansonsten gelte: „Alles ist gut, was das Immunsystem stärkt.“

Veranstaltungen zum Lungentag

Am Samstag (16. September ) lädt das Clemenshospital anlässlich des Deutschen Lungentages zum Informationstag in das LWL-Museum für Kunst und Kultur. Ab 9.30 Uhr dreht sich in Vorträgen alles um Lungenkrebs, Impfungen, Heuschnupfen, Asthma, Rauchen, Schnarchen und Lungensport. Das Lungenvolumen kann getestet werden, eine Körperfettanalyse wird erstellt und die Selbsthilfegruppe Lungenkrebs stellt sich vor. Auch die Uniklinik bietet mit Prof. Dr. Rainer Wiewrodt von 10 bis 16 Uhr Gelegenheit zu einem Lungenfunktionstest im „LuFumobil“ auf dem Harsewinkelplatz.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5146303?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F