Mi., 13.09.2017

Ungewöhnliche Wanderung Opa reist auf dem Pferderücken von Bayern nach Münster

Mit seinen beiden Islandpferden reitet Hans Watzl 550 Kilometer von Mittelfranken nach Münster.

Mit seinen beiden Islandpferden reitet Hans Watzl 550 Kilometer von Mittelfranken nach Münster. Foto: dpa

Münster - 

Ein Großvater aus dem mittelfränkischen Abbengerg holt seinen Enkel von der Schule in Münster ab. Das spannende daran: Er kommt mit dem Pferd.

Von Anne Koslowski

Die Nachricht über Hans Watzls ungewöhnliche Wanderung vom mittelfränkischen Abenberg nach Münster ging am Dienstag viral. Alleine auf dem Facebook-Profil unserer Zeitung teilten Menschen die Geschichte über den Großvater, der 550 Kilometer nach Münster reitet, um seine Enkel von der Schule in Münster abzuholen, 50 Mal. Weiterhin 700 „Gefällt mir“-Angaben und Kommentare voller Bewunderung: „An das Erlebnis werden sich die Enkel bestimmt lange erinnern. Hut ab!“ und „Geilster Opa der Welt! Riesen-Respekt an den Mann und auch dafür, dass er tolle Werte vermittelt!“ Vor zwei Jahren hatte der 62-jährige Franke seinem Enkel Hannes versprochen, ihn mit dem Pferd von der Bodelschwingh­schule abzuholen. Jetzt löst der leidenschaftliche Wanderreiter sein Versprechen ein – und genießt lieber die Ruhe auf dem Rücken seiner beiden Islandpferde, als Pressefragen zu beantworten. „Ich kann mich ganz gut allein ertragen“, sagte Watzl, der alleine unterwegs ist, der dpa. Nur abends, da telefoniert der Maschinenbauer in Altersteilzeit mit seiner Frau Ruth, die zu Hause im Abenberger Ortsteil Wassermungenau geblieben ist und die beiden anderen Pferde versorgt. „Seit wir Pferde züchten, kann ich auch etwas mit Pferden anfangen.“ Ansonsten teile sie die Leidenschaft fürs Reiten nicht. Anders Enkelin Esther: „Die hat das Pferdefieber.“

Gesehen haben sich Oma und Enkelin das letzte Mal zur Einschulung der Fünfjährigen in der Bodelschwinghschule Ende August. Da habe Hans Watzl schon die Schulleitung vorgewarnt, dass er am 2. Oktober vorreitet. „Das ist keine Überraschung und auf den Tag genau durchgeplant.“

Seit Januar liefen die Planungen für die Route über Ansbach, Rothenburg, Würzburg und das Sauerland. Ruth Watzl werde schon vorher anreisen, um auf das jüngste und dritte Kind ihrer Tochter, eine Kinderärztin, aufzupassen. Vier Mal im Jahr komme sie zu Besuch, seitdem die Kinder in Münster leben. Normalerweise mit dem Auto. Das dauert nur sechs Stunden und nicht drei Wochen.



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