Mo., 18.09.2017

Fragen und Antworten zur York-Kaserne 2018 geht es los

Dieses Planungskonzept für das neue Wohnquartier in Gremmendorf liegt vor. Mit der Einigung zwischen der Stadt und dem Bund ist die Realisierung ein erhebliches Stück näher gerückt.

Dieses Planungskonzept für das neue Wohnquartier in Gremmendorf liegt vor. Mit der Einigung zwischen der Stadt und dem Bund ist die Realisierung ein erhebliches Stück näher gerückt. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Nach dem Verhandlungserfolg zwischen der Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zum Kauf der York-Kaserne ergeben sich viele Fragen. Hier die Antworten.

Von Klaus Baumeister

Nach dem Verhandlungserfolg zwischen der Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zum Kauf der York-Kaserne ergeben sich viele Fragen:

Liegt bereits ein Kaufvertrag vor?

Nein. Aber das jetzt erzielte Verhandlungsergebnis soll bis Ende des Jahres in einen Kaufvertrag einmünden. Ein nachträgliches Abrücken vom Verhandlungsergebnis schloss Finanz-Staatssekretär Jens Spahn am Montag aus.

Was bedeutet der Verhandlungserfolg, der jetzt für Gremmendorf erzielt wurde, für die Oxford-Kaserne in Gievenbeck?

Wegen eines Todesfall hat es bei den gutachterlichen Verfahren zur Wertermittlung einen zeitlichen Verzug in Gievenbeck ergeben. Nach Auskunft von Oberbürgermeister Markus Lewe sollen die lange Zeit strittigen „Parameter“ zur Wertermittlung der Flächen, wie sie für Gremmendorf festgelegt wurden, auf Gievenbeck übertragen werden.

Seit Jahren wird über das sogenannte Bima-Gesetz des Bundes gestritten. Würde die Stadt Münster profitieren, wenn das Gesetz demnächst zum Vorteil der Kommunen verändert wird?

Ja. Nach Auskunft von Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier enthält die jetzt getroffene Einigung eine entsprechende Klausel.

Wie sieht der Zeitplan für die York-Kaserne aus?

Aktuell sind dabei zwei Aspekte zu beachten. Zum einen muss der Kaufvertrag unterschrieben werden. Zum anderen muss ein Bebauungsplan verabschiedet werden. Beides könnte nach Auskunft von Stadtbaurat Robin Denstorff ungefähr zum Jahreswechsel erfolgen. Ab 2018 könnte damit die Bautätigkeit für die insgesamt 1800 Wohnungen starten. Geklärt werden muss in diesem Zusammenhang aber auch, wie es mit der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge weitergeht. Sie ist aktuell auf dem Kasernengelände untergebracht.

Hat es tatsächlich eine Intervention von Kanzlerin Merkel zugunsten einer Lösung in Münster gegeben, wie sie dies bei ihrem Wahlkampfauftritt im August andeutete?

Jens Spahn hat nach eigenem Bekunden mit der Kanzlerin das Thema besprochen. Ohnehin sei das „Gemecker“ in Münster in Berlin sehr wohl registriert worden. Viele münsterische Politiker seien bei ihm vorstellig geworden, besonders die CDU-Bundestagsabgeordnete Sybille Benning.

Reaktionen auf den Verhandlungserfolg

Einige Ratsparteien reagierten am Montag auf die Nachricht zum Ankauf der York-Kaserne:

► Michael Jung, SPD-Fraktionschef: „Wir begrüßen es sehr, dass nun endlich Schritte zur Nachnutzung der Kasernenfläche in Gremmendorf angegangen werden. Für eine endgültige Bewertung fehlen jedoch noch jede Menge Details.“

► Maria Klein-Schmeink, Bundestagsabgeordnete der Grünen: „Es ist mehr als überfällig, dass der Bund endlich einlenkt und damit dem gemeinnützigen Wohnungsbau in Gremmendorf nicht länger im Weg steht.“

► Carola Möllemann-Appelhoff, FDP-Fraktionschefin: „Die Freien Demokraten sind sehr zufrieden, dass nun auf dem Gebiet der ehemaligen York-Kaserne baldmöglichst mit dem Bau der in Münster dringend benötigten Wohnungen begonnen werden kann.“

► Rüdiger Sagel, Fraktionschef der Linken: „Das ist eine miese Wahlkampf-Aktion der CDU eine Woche vor der Wahl.“



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