Do., 21.09.2017

Keine Auskunft zum Kasernen-Ankauf Lewes Schweigen löst Debatte aus

Die Pläne für die York-Kaserne sind mit dem Ankauf einen Schritt weiter. Nähere Details wollte der Oberbürgermeister aber in der Ratssitzung öffentlich nicht mitteilen.

Die Pläne für die York-Kaserne sind mit dem Ankauf einen Schritt weiter. Nähere Details wollte der Oberbürgermeister aber in der Ratssitzung öffentlich nicht mitteilen. Foto: Werner

Münster - 

Mit ihrem sarkastischen Kommentar an die Adresse des Oberbürgermeisters Markus Lewe hätte die FDP-Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhoff am Mittwoch statt in der Ratssitzung glatt in einer Kabarett-Show auftreten können. Es ging um den Kasernen-Ankauf.

Von Klaus Baumeister

Vier Jahre habe die Stadt Münster mit dem Bund „in konstruktiven Gesprächen über den Ankauf der Kasernen verhandelt“, so Möllemann-Appelhoff – „und eine Woche vor der Bundestagswahl werden die Verhandlungen beendet“. Mit Blick auf die dramatische Wohnungsnot in Münster schob sie trocken hinterher: „Schade, dass die Bundestagswahl nicht schon früher war.“

Böses Nachspiel

Der Verhandlungserfolg, den Lewe am vergangenen Montag gemeinsam mit dem Finanz-Staatssekretär Jens Spahn (beide CDU) verkündete, hatte für Lewe in der Ratssitzung am Mittwochabend ein böses Nachspiel. Zur Verwunderung aller stellte Lewe nämlich den als „spektakulär“ eingestuften Durchbruch den Ratsmitgliedern gar nicht vor. Erst auf Intervention des GAL-Fraktionschefs Otto Reiners, Bündnispartner der CDU im Rat, erklärte sich Lewe bereit, im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung Auskunft zu geben.

SPD-Ratsherr Robert von Olberg bewertete die fehlende Auskunftsbereitschaft so: „Ich würde gern gratulieren, aber wir wissen noch nichts.“ Abgesehen von einigen Presseverlautbarungen gebe es für Ratsmitglieder bislang keine Informationen.

Unbehagen unübersehbar

Der Linke Rüdiger Sagel beschwerte sich darüber, dass städtische Spitzenbeamte noch am Montagabend – nach Lewes Pressekonferenz – keine konkreten Angaben gemacht hätten.

Lewe bewertete die Kritik als „Nörgelismus hoch drei“. Sein Unbehagen indes war unübersehbar.

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