Fr., 22.09.2017

Kunstwerk für die Dominikanerkirche Gerhard Richter will Münster ein „Foucaultsches Pendel“ schenken

Gerhard Richter

Künstler Gerhard Richter will für die Dominikanerkirche ein neues Kunstwerk schaffen. Foto: dpa (Archiv)

Münster - 

Weit über die Kunstwelt hinaus hat die Nachricht Beachtung gefunden, dass einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler der Welt der Stadt Münster ein Kunstwerk schenken will. Mit einem „Foucaultschen Pendel“ in der Dominikanerkirche will Gerhard Richter zugleich einen künstlerischen Traum realisieren, wie Münsters Kulturdezernentin Cornelia Wilkens erklärt. Der Rat der Stadt muss die Schenkung zunächst noch förmlich annehmen.

Von Dirk Anger

Seit Längerem glühen schon im Verborgenen die Drähte zwischen Münster und Köln, wo der heute 85-jährige Richter sein Atelier hat. Vorausgegangen war ein Tipp des Richter-Freunds und Skulptur-Projekte-Machers Kasper König, der Münsters Kulturdezernentin schnell zum Telefonhörer greifen ließ. Und Cornelia Wilkens erlebte nach eigenem Bekunden am anderen Ende der Leitung „einen sehr angenehmen Menschen, zurückhaltend, nicht arrogant, mit feinsinnigem Humor“.

Vom ersten möglichen Ausstellungsort soll sich Richter, dessen Kunstwerke bei Auktionen Euro-Preise nicht selten im zweistelligen Millionenbereich erzielen, bei einem Münster-Besuch vor einigen Monaten nur mäßig begeistert gezeigt haben. Nach der Gasometer-Visite folgte der Treffer: „Ich hatte dann die Idee, dass wir ihm mal die Dominikanerkirche zeigen“, so Wilkens.

„Man merkte Richter an, dass es ihm gefällt“, erinnert sich die Dezernentin, die bei der damaligen Tour von Gail Kirkpatrick, Leiterin der städtischen Kunsthalle, begleitet wurde. Richter habe dann gesagt, er könne sich an dieser Stelle noch mehr vorstellen.

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So soll dort den Plänen zufolge ein Foucaultsches Pendel, das früher dem Nachweis der Erdrotation diente, über einer Bodenplatte schwingen. Drum herum will Richter weitere Elemente schaffen, die in ein Gesamtkunstwerk münden sollen. Doch an ein reines Museum in der Dominikanerkirche sei keineswegs gedacht. „Richter möchte keinen musealen Ort“, betont Wilkens. Andere Veranstaltungen wie Musik, Poetry Slams oder Lesungen seien weiter möglich. Schon vorhandene Projekt-Skizzen sollen erst öffentlich gemacht werden, wenn der Rat der Schenkung zustimmt.



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