Sa., 23.09.2017

Tagung zum Thema Pressefreiheit Das Problem mit den „Fake-News“

Podium im Franz-Hitze-Haus (v.l.): Direktor des Hauses Antonius Kerkhoff, seine Stellvertreterin Maria Kröger, Prof. Dr. Sebastian Müller-Franken, Amtsgerichtsdirektor a.D. Heinrich Arning und Dr. Norbert Köster

Podium im Franz-Hitze-Haus (v.l.): Direktor des Hauses Antonius Kerkhoff, seine Stellvertreterin Maria Kröger, Prof. Dr. Sebastian Müller-Franken, Amtsgerichtsdirektor a.D. Heinrich Arning und Dr. Norbert Köster Foto: Bistum Münster

Münster - 

Zum Thema „Gefährdungen der Pressefreiheit durch staatliche Teilhabe an öffentlicher Kommunikation“ versammelten sich jetzt mehr als 250 Rechtsanwälte, Richter, Notare und Justiziare aus der Diözese Münster im Franz-Hitze-Haus. Dazu eingeladen hatte das Bistum Münster.

„Die Pressefreiheit ist kein Luxus, sondern ein wichtiges Gut“, stellte Generalvikar Dr. Norbert Köster zu Beginn fest, „sie dient der öffentlichen Meinungsbildung, die heute wichtiger denn je ist.“ Denn sie erfahre gerade eine „Eruption atemberaubender Geschwindigkeit.“ Die sozialen Medien veränderten die Informationsbeschaffung, heißt es in einer Pressemitteilung. Damit müsse sich jeder auseinandersetzen: „In diesem Transformationsprozess müssen wir uns als Kirche für einen Wertediskurs einsetzen“, so Köster.

Fake-News sind ein Problem für eine freiheitliche Demokratie“, sagte der Referent Prof. Dr. Sebastian Müller-Franken, Professor für Öffentliches Recht an der Philipps-Universität Marburg. „Wenn Menschen aufgrund falscher Tatsachen ihre Wahlentscheidungen treffen, verlieren demokratische Wahlen ihre legitimierende Kraft.“ Die Demokratie brauche mündige Bürger, die gut informiert Entscheidungen treffen. Medien sollten für die Bürger „Informationen aufbereiten, einordnen und vermitteln“.

Wie das zu geschehen habe, dazu gebe es Spielregeln, die im Grundgesetz festgelegt seien. So verlange das Grundgesetz einen freien und offenen Prozess der Meinungs- und Willensbildung, ohne dass der Staat lenkend eingreife. „Die Willensbildung hat sich vom Volk zu den Staatsorganen zu vollziehen und nicht umgekehrt“, sagte der Referent.



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