Mo., 25.09.2017

Vandalismus in Münster Wer macht denn so etwas?

Nur noch blaue Farbspuren im Gesicht der Gipsfigur zeugen von dem Farbanschlag in der Nacht zum Samstag auf die Skulptur „Sketch for a Fountain“ am Kreuztor. Die Polizei sucht noch nach den Übeltätern.

Nur noch blaue Farbspuren im Gesicht der Gipsfigur zeugen von dem Farbanschlag in der Nacht zum Samstag auf die Skulptur „Sketch for a Fountain“ am Kreuztor. Die Polizei sucht noch nach den Übeltätern. Foto: hpe

Münster - 

Die Farbspuren an den erneut durch Vandalismus beschädigten Figuren der Eisenman-Skulptur am Kreuztor sind zwar beseitigt. Unklar ist aber weiterhin, wer hinter der Attacke steht. Der Brunnen steht nun bis zum Ende der Skulptur-Projekte unter besonderer Beobachtung.

Von Helmut P. Etzkorn

Wer genau hinschaut, entdeckt die Reste der eilig abgewischten blauen Sprühfarbe noch auf dem Gipskopf und unwillkürlich fragt man sich zwei Tage nach dem erneuten Vandalismus-Angriff auf die Skulptur „Brunnen-Skizze“ von Nicole Eisenman an der Promenade, wer so etwas wohl macht.

Schlimmer noch als die blau eingefärbten Köpfe der Gipsfiguren ist aber das ebenfalls in der Nacht zum Samstag aufgeschmierte Hakenkreuz auf dem Rücken der stehenden Bronze-Statue. „Wir sind Beschädigungen auch von vergangenen Skulptur-Projekten gewöhnt, aber so etwas mit einer eindeutig politischen Agenda hat uns zutiefst angewidert und ist bislang einmalig“, meint Projekte-Sprecherin Jana Duda. Zum Glück gelang es noch am Samstag, die Brunnenfiguren wieder mit Terpentin, Lappen und viel Fleißarbeit zu reinigen.

Farbanschlag auf Eisenman-Brunnen: Unbekannte besprühten in der Nacht zum Samstag die Bronze- und Gipsfiguren mit blauer Farbe, dabei wurde auch ein Hakenkreuz auf den Rücken des stehenden "Brunnenmannes" gesprüht. Die Polizei und der Staatsschutz haben die Ermittlungen nach den Tätern übernommen.

 

Fotostrecke: Skulptur Projekte: Farbanschlag auf Eisenman-Brunnen in Münster

 

Nun, wo die letzte Woche des Open-Air-Kultur-Events läuft, sollen Freiwillige „auch über die Öffnungszeiten hinweg“ schauen, ob sich dubiose Gestalten rund um „Sketch for a Fountain“ zu schaffen machen. Ende Juli bereits der Kopf einer Gipsfigur nahezu abgetrennt.

Die Polizei hat noch keine Spur zu den Tätern, die auch auf den Sockel der nur wenige Meter entfernten Hülshoff-Büste den Tag „CMA“ gesprayt haben. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem großen Graffiti an der Fassade des Landesmuseums besteht offenbar nicht. Statt Spritzlack wie am Brunnen kam dort eine Dispersionsfarbe zum Einsatz, die mutmaßlich aus einem Feuerlöscher auf die Sandsteinwand gespritzt wurde.

Großflächige Schmierereien: Sprayer besprühen Fassade des LWL-Kunstmuseums

Insgesamt aber halten sich laut Duda die Beschädigungen an den seit Mai rund um die Uhr frei zugänglichen Exponaten im Rahmen. Ein Teil des LED-Kunstwerks von Ei Arakawa am Haus Kump wurde gestohlen, die Feuerstelle „Verbrennt die Verschalung“ am Hafengrenzweg ist ebenfalls mit Graffiti-Schmierereien verunstaltet.

Die blauen Farb-Styls und Tags sind inzwischen an vielen Stellen im Stadtgebiet aufgetaucht und nicht auf Kunstwerke beschränkt. In den sozialen Netzwerken wird der Vandalismus nahezu einhellig verurteilt.


Das WN-Special zu den Skulptur-Projekten in Münster

 

Fotostrecke: Skulptur-Projekte: Alle Künstler - alle Werke

 

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