Mi., 27.09.2017

Das 1000. Rudelsingen Lagerfeuer-Singen ohne Lagerfeuer

David Rauterberg ist Wahl-Münsteraner – und Organisator der Rudelsing-Abende landauf, landab.Rudelsingen im Jovel: Die Idee entstand vor sechs Jahren in Münster – inzwischen sind die Gesangs-Abende eine bundesweite Erfolgsgeschichte.  

David Rauterberg ist Wahl-Münsteraner – und Organisator der Rudelsing-Abende landauf, landab.Rudelsingen im Jovel: Die Idee entstand vor sechs Jahren in Münster – inzwischen sind die Gesangs-Abende eine bundesweite Erfolgsgeschichte.   Foto: Rudelsingen / Montage: gap

Münster - 

Hunderte Menschen kommen regelmäßig in deutsche Konzerthallen, zahlen zehn Euro Eintritt – und müssen dann selber singen. Klingt merkwürdig. Aber: „Gemeinsam zu singen ist ein menschliches Grundbedürfnis“, ist David Rauterberg überzeugt. Seit sechs Jahren lädt der Wahl-Münsteraner zum „Rudelsingen“. Aus der fixen Idee ist ein Riesending geworden, das von Flensburg bis zum Bodensee Stadthallen füllt. Am Freitag findet die 1000. Veranstaltung statt.

Von Gunnar A. Pier

Im Grunde genommen ist das alles ein geselliges Lagerfeuer-Singen – nur ohne Lagerfeuer. Und etwas größer. Wenn David Rauterberg und seine Mitstreiter zum Rudelsingen laden, stimmen professionelle Musiker die Lieder an und begleiten den jeweiligen Chor der Besucher, der Text erscheint zum Ablesen auf einer Leinwand. Die meisten gehen abends so euphorisiert nach Hause, dass sie direkt den nächsten Termin notieren. Inzwischen schätzt Rauterberg, dass Abend für Abend etwa drei Viertel der Besucher mindestens zum zweiten Mal dabei sind.

Begonnen hat die tönende Erfolgsgeschichte vor sechs Jahren. Rauterberg machte schon da „musikalisch fast alles, was man machen kann.“ Er brachte mit einer Tanzband Silberhochzeiten auf Touren, sang Gospel-Pop und Ernstes mit einem Vokalensemble. Doch dann erlebte er in Köln ein Mitsingkonzert. „Da habe ich überlegt: Das will ich auch!“

Premiere im Theatercafé

Am 24. November 2011 feierte sein neues Konzept Premiere im münsterischen Theatercafé. Bei der zweiten Auflage im Januar waren die Tickets so schnell verkauft, dass Rauterberg einen zweiten Termin anbot. Wenig später zog er erst ins größere Schlossgartencafé um, dann in den Jovel-Club.

Das Konzept zieht

Das Rudelsingen wurde zum Selbstläufer – aber Rauterberg scheint auch vieles richtig zu machen. Jedenfalls hat er viele Erfahrungen gesammelt und daraus ein Konzept entwickelt, das offenbar landauf, landab ankommt. So finden die Sanges-Abende wochentags statt und konkurrieren nicht am Wochenende mit Partys und Konzerten. Pünktlich um 22 Uhr ist Schluss, damit alle am nächsten Morgen ausgeschlafen zur Arbeit gehen können. Gesungen wird im Stehen, Dazwischenquatschen ist verboten. Und: Die Lieder werden so gespielt, dass jeder gut mitsingen kann. Nicht zu hoch wie in der Kirche, nicht so langsam, dass der Faden reißt.

 

 

Das 1000. Rudelsingen

Das Jubiläum seiner bundesweiten Rudelsingen-Reihe feiert David Rauterberg im heimischen Münster: Am Freitag, 29. September 2017, findet die 1000. Veranstaltung im münsterischen Jovel statt.

Das Programm ist besonders: Erstmals sind alle elf Teams im Einsatz, die ansonsten bundesweit verstreut zum gemeinsamen Gesang anstiften. Die präsentieren jeweils zwei titel, am Ende gibt es ein großes Finale.

Fast 1000 Menschen können dabei sein, Karten gekauft haben auch viele Rudelsingen-Fans aus ganz Deutschland, die bei diesem speziellen Event dabei sein wollen. Der Eintritt kostet ausnahmsweise 13 Euro – enthalten ist ein Gläschen zum Anstoßen.

www.rudelsingen.de 

Musiker im Hintergrund

Immer sind zwei Musiker da. Für manche ungewohnt: Sie dürfen sich nicht in den Vordergrund spielen. Stattdessen stacheln sie an, um dann nur noch zu begleiten. „Wir machen alle alles zusammen. Das lebt davon, dass jeder Teil des Gesamten ist.“ Rudelsingen ist kein Konzert. „Es entsteht unheimlich viel Energie. Der kann sich niemand entziehen.“

Volkslieder und Heavy Metal

Inzwischen gibt es Rauterbergs Rudelsingen fast in ganz Deutschland. Elf Teams sind unter seinem Dach unterwegs, er steuert das hauptberuflich und spielt selbst mehrmals pro Woche mit. Das Programm aus 25 Liedern pro Abend ist bundesweit gleich und wird regelmäßig verändert. „Eine singbare Melodie in Strophe und Refrain“ zeichne ein taugliches Lied aus. Ist das gegeben, kann die Musik sehr gegensätzlich sein – von „Die Gedanken sind frei“ bis Heavy Metal, von „Aber bitte mit Sahne“ bis zum Gefangenenchor aus „Nabucco“. So oder so: „ein menschliches Grundbedürfnis“.



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