Mi., 27.09.2017

Frau Möllenbaums „Talkschau“ im Boulevard Münster Wenn der Käse in der Familie liegt

Manni Kehr kam bei der Talkschau von Elfriede Möllenbaum (2.v.r.) natürlich nicht ohne Ständchen davon. Ann-Paulin Söbbeke und Richard Nawezi lauschen derweil der Musik.

Manni Kehr kam bei der Talkschau von Elfriede Möllenbaum (2.v.r.) natürlich nicht ohne Ständchen davon. Ann-Paulin Söbbeke und Richard Nawezi lauschen derweil der Musik. Foto: heh

Münster - 

Das braune Pelzmützchen keck auf die graue Lockenpracht gedrückt, sitzt Frau Möllenbaum, Grande Dame der münsterischen Talkschau, auf der Bühne des Boulevard Münster inmitten ihrer Gäste. Ann-Paulin Söbbeke, Manni Kehr und Richard Nawezi sind eingeladen.

Von Heike Eickhoff

Fast zwei kurzweilige Stunden lauschen die Gäste den Gesprächen, lachen und amüsieren sich. Irgendwann platzt es aus Frau Möllenbaum heraus: „Wir sind das gallische Dorf, die einzige Stadt, wo die AfD unter fünf Prozent geblieben ist!“ Die Zuschauer applaudieren begeistert.

Ann-Paulin Söbbeke, Chefin der Hafenkäserei, macht den Anfang. Wie denn eine junge Frau zu einem solchen Betrieb käme, möchte Frau Möllenbaum wissen? „Ich wollte meinen eigenen Käse machen!“, antwortet Söbbeke. Vier Jahre hat es gedauert, bis sie in Münster einen geeigneten Standort für ihre Käseproduktion fand, nun produziert sie im Hafen „rote, blaue und gelbe Käse“, schmunzelt sie.

Ob der Käse denn in der Familie liege? „Nur der Papa macht Käse, der Rest macht Jura“, sagt die Chefin der Hafenkäserei schmunzelnd. Frau Möllenbaum kontert prompt: „Das kommt ja fast auf das Gleiche raus!“. Wie Söbbeke demnächst „Beruf, Kind und Freund unter eine Käseglocke bringen will“, fragt Elfriede Möllenbaum die junge Frau, die ein Kind erwartet. Söbbeke lächelt. Das werde sie, gemeinsam mit ihrem Freund, schon irgendwie schaffen.

Manni Kehr hat einst mit einem Schnitt von 2,8 das beste Abitur seiner Klasse bestanden, so erfuhren die amüsierten Zuschauer. Ein Lehramtsstudium mit zweitem Staatsexamen folgte, dann die damals typische Arbeitslosigkeit. Heute ist Kehr Projektmanager im Sozialamt Ahlen – und macht Musik. Durch die Dubliners kam der musikalische Autodidakt zu europäischer Volksmusik, die ihn immer noch fesselt. Zu Gitarre und Mandoline ließ er zwei alte Volkslieder ertönen und sorgte für das künstlerische Rahmenprogramm, das die Talkschau von Frau Möllenbaum traditionell auflockert.

Richard Nawezi ist Gründer des Vereins Mutoto. Seit vielen Jahren kümmert sich der Mineraloge mit diesem Verein um den kulturellen Austausch zwischen kongolesischen und deutschen Kindern und Jugendlichen, er hat eine Schule in der Demokratischen Republik Kongo, seinem Heimatland, gebaut und in Münster lange aktiv als Tänzer und Tanzlehrer gearbeitet. Die politische Situation im Kongo zwang ihn einst zur Flucht. In Münster fand er eine neue Heimat und die Frau seines Lebens, mit der er zwei erwachsene Kinder hat.

Für die Zukunft wünscht sich Richard Nawezi weitere erfolgreiche Projekte mit dem Verein Mutoto – den Kindern im Kongo zuliebe, die dringend Unterstützung benötigen.



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