Do., 28.09.2017

Neuer Gefängnis-Standort in Münster „Wir sind kalt erwischt worden“

In Münster wird ein neues Gefängnis gebaut. 

In Münster wird ein neues Gefängnis gebaut.  Foto: kal

Münster - 

Münster bekommt ein neues Gefängnis. Im Südosten der Stadt sorgt das für Unruhe. Politiker haben unterdessen schon ein Auge auf den alten Standort geworfen.

Von Dirk Anger

Die Nachricht, dass das Land NRW im Südosten Münsters ein Grundstück für einen Gefängnis-Neubau gekauft hat, ist insbesondere im Stadtteil Wolbeck wie eine Bombe eingeschlagen. Östlich von Wolbeck, nahe der Stadtgrenze, soll die betreffende Fläche dem Vernehmen nach liegen. Der Wolbecker CDU-Ratsherr Horst-Karl Beitelhoff hat vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) eine rasche Klärung des genauen Standorts der künftigen Justizvollzugsanstalt gefordert. „Wir sind kalt erwischt worden.“

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Bürger sollen einbezogen werden

Bei der Umsetzung der Pläne müsse die Bürgerschaft und die örtliche Kommunalpolitik einbezogen werden. „Das werden wir uns von niemandem nehmen lassen“, so Beitelhoff, bei dem am Mittwoch nach seiner Aussage das Telefon nicht stillstand. Er erwarte vollständige Transparenz. „Die Bürger müssen mitgenommen werden.“

Dass nun ein Standort für einen Gefängnis-Neubau in Münster gefunden sei, ist nach den Worten von Oberbürgermeister Markus Lewe „eine gute Nachricht“. Er hoffe, dass im weiteren Verfahren zügig das gemeindliche Einvernehmen hergestellt und das Bauvorhaben realisiert werden könne. Der bisherige Standort der Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße soll nach Lewes Worten städtebaulich aufgewertet werden.

Eine „vollständige städtebauliche Verwertbarkeit“ des Standorts Gartenstraße fordert auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weber unter Verweis auf einen Ratsantrag seiner Fraktion aus dem Jahr 2013. Mit Blick auf den neuen Gefängnis-Standort in Münster betont Weber: „In die Planungen muss die Bürgerschaft einbezogen werden.“

Fotostrecke: So sieht es in dem geräumten Gefängnis aus

Keine Jugendarrestanstalt mehr in Planung

„Es ist gut, wenn diese unendliche Geschichte zum Ende kommt“, meint SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung. In Anbetracht der Arbeitsplätze sei es gut, dass in Münster dauerhaft ein Standort gefunden worden sei und die JVA-Beschäftigten nicht mehr kreuz und quer durchs Land reisen müssten.

Die ursprünglich zusammen mit dem Gefängnis geplante Jugendarrestanstalt wird in Münster nicht gebaut. Das bestätigte das Land auf Nachfrage. Man habe sich von diesen Plänen aus Platzgründen verabschiedet.



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