Do., 28.09.2017

Standort-Suche in Münster beendet Neue JVA frühestens 2022 fertig

Wird noch mindestens bis zum Jahr 2022 gebraucht: Die Haftanstalt an der Gartenstraße

Wird noch mindestens bis zum Jahr 2022 gebraucht: Die Haftanstalt an der Gartenstraße Foto: kal

Münster - 

Frühestens in fünf Jahren wird das neue Gefängnis in Münster fertig sein. Deshalb wird der Knast an der Gartenstraße noch gebraucht.

Von Dirk Anger

Als der Randbereich des Truppenübungsplatzes in Handorf noch als neuer Gefängnis-Standort im Gespräch war, sollte direkt nebenan auch eine Jugendarrestanstalt mit rund 60 Plätzen errichtet werden. So war zumindest der damalige Plan. Doch bekanntlich ist alles ganz anders gekommen. Und inzwischen ist von der besagten Arrestanstalt für Jugendliche gar keine Rede mehr. „Bei der neuerlichen Grundstückssuche haben wir diesen Bedarf nicht mehr berücksichtigt“, erklärte Peter Marchlewski, Pressesprecher im NRW-Justizministerium. Weil für eine Jugendarrestanstalt besondere Voraussetzungen erfüllt sein müssten, habe man sich entschieden, diesen Teil nicht weiter zu verfolgen.

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Frühestens „in fünf bis sechs Jahren“ fertig

Die neue Justizvollzugsanstalt (JVA) in Münster wird nach Einschätzung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) des Landes frühestens „in fünf bis sechs Jahren“ fertiggestellt sein. Dabei lege man Erfahrungen beim Bau der JVA Düsseldorf zugrunde, erklärte BLB-Sprecherin Rebecca Keller. Deshalb wird im Gefängnis an der Gartenstraße aktuell ein jüngerer Flügel „ohne statische Probleme“ kräftig umgebaut. Bis Ende des Jahres sollen dann am bisherigen Gefängnis-Standort am Rande des Zen­trums nach Kellers Angaben insgesamt knapp 220 Haftplätze zur Verfügung stehen. Schon jetzt biete das Gefängnis im früheren Lazarettgebäude außerhalb des sternförmigen Hauptbaus, der als baufällig gilt, Platz für 80 Häftlinge.

Fotostrecke: So sieht es in dem geräumten Gefängnis aus

Was passiert mit dem alten Gefängnis?

Was indes nach Fertigstellung der neuen Justizvollzugsanstalt mit der Immobilie an der Gartenstraße passiert, vermochte Keller noch nicht zu sagen. Die Kommunalpolitik macht Druck, dass der gesamte Bereich an der Gartenstraße anders genutzt werden kann – hauptsächlich als Wohngebiet sowie als Ort etwa für die Kreativwirtschaft. Die CDU hatte schon 2013 beantragt, „einen breit angelegten mehrstufigen Ideen- und Planungsworkshop zur Frage der Folgenutzung der Liegenschaft der jetzigen JVA an der Gartenstraße vorzubereiten“.



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