Do., 28.09.2017

Kommentar Skulptur-Projekte 2017: Eine museale Ausstellung

Kommentar: Skulptur-Projekte 2017: Eine museale Ausstellung

Der Liebling der Massen: Ayse Erkmens Skulptur "On Water". Foto: Oliver Werner

Eines vorneweg: Dass die Skulptur-Projekte 2017 mit teilweise aufwendigen Arbeiten bei vergleichsweise knappem Budget und naturgemäß oft schwierigen Künstlern in dieser Qualität zustande gekommen sind – dafür gebührt dem Team unter der künstlerischen Leitung von Kasper König Respekt und Anerkennung.

Von Gerhard H. Kock

Die Besucherzahlen sind mehr als erfreulich. Die Skulptur-Projekte gehören weiterhin zum Kanon internationaler Ausstellungen von Gewicht. Der Zehn-Jahres-Rhythmus ist ein Alleinstellungsmerkmal und sollte nicht verwässert werden.

Das Konzept (knapp drei Dutzend Künstler einladen und sie mit möglichst viel Freiheit einfach machen lassen, soweit finanzierbar und rechtlich umsetzbar) hat sich bewährt und ist zukunftstauglich.

Münster hat es den Besuchern durch den oft spielerischen Zugang leicht gemacht. Vielleicht zu leicht und zu verführerisch für den bequemen Geist. Es gab keine relevante Kontroverse oder Diskussion. Debatten fanden eher im Privaten, öffentlich hingegen überhaupt nicht statt. Das ist nicht gut. Denn es stellt sich rasch die Frage, welche gesellschaftliche Relevanz eine solche öffentlich finanzierte Ausstellung hat.

Sicher, es wurden aktuelle Themen zaghaft berührt, aber mehr eben nicht.

Kompliziert und komplex war auch der Genuss der Kunst. Die Skulptur-Projekte 2017 kamen arg museal daher mit all den Öffnungszeiten, Reglementierungen und sprachlichen Hürden.

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Und die Vermittlung, vor allem die schriftliche, war tragisch: Karte und Katalog sollten demokratisch sein, also auch erschwinglich. Das ist löblich. Wenn aber die Sprache derart elitär ist, werden weite Teile der Besucherschaft nicht erreicht. Das ist schade. Anders als die Kasseler Documenta oder die Biennale in Venedig richten sich die Skulptur-Projekte nicht nur an die Kunstszene, sondern an jedermann. Hoffentlich auch in zehn oder elf Jahren wieder.



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